Zu guter Letzt: Und ewig reizt BB

Weil einem mit BB (Bundesrat Blocher) die Aufmerksamkeit gewiss ist, nutzten viele Medienschaffende egal welcher Gesinnung die Reizfigur noch so gerne für eine Headline. Aktuell wird der Justizminister in einer Anzeige für Annemarie Wildeisen’s Zeitschrift Kochen verwurstet.

 Weil einem mit BB (Bundesrat Blocher) die Aufmerksamkeit gewiss ist, nutzten viele Medienschaffende egal welcher Gesinnung die Reizfigur noch so gerne für eine Headline. Aktuell wird der Justizminister in einer Anzeige für Annemarie Wildeisen’s Zeitschrift Kochen verwurstet.Das Sujet nimmt Bezug auf eine von BB höchst selbst verbreitete Anekdote, wonach er vor kurzem mal seine Spiegeleier dermassen anbrennen liess, dass der Feuermelder seiner Berner Wohnung Alarm schlug. Wohl hat jedermann und –frau in seinem oder ihrem Leben mal etwas anbrennen lassen, aber wenn BB seine Eier verbrennt, dann muss dass genutzt werden. Zugegeben, das Phänomen nervend, es hat aber auch so seine versteckten Reize. Beispielsweise lassen sich so tolle Analogien erdenken wie: BB ist gleich nackte Frau, denn zumindest medientechnisch hat er die gleiche Wirkung. Will man Aufmerksamkeit, dann zeig Titten auf dem Cover – oder schreib «Das Blocher-Prinzip» auf deine Kochzeitung-Abowerbung. Das Phänomen beinhaltet auch so faszinierende Paradoxien, dass BB zwar für den miesepetrigen, rassistischen, hässlichen Urschweizer Mann steht wie kein zweiter, aber trotzdem der unschweizerischste bekannte Schweizer darstellt, weil er so überhaupt nicht durchschnittlich ist. Alle lästern und stänkern drauflos, doch ohne ihn wärs halt doch nicht ganz so unterhaltsam. So ist BB am Ende etwas wie der Eminem der Schweizer Politszene. Denn wie rappte der Slim Shady nämlich mal: «Everybody just follow me, because we need a little controversy, because it feels so empty without me.»

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