Zu guter Letzt: Tausche Sterilisation gegen Mixer

Im indischen Wüstenstaat Rajasthan haben Paare durchschnittlich 3,2 Kinder. Das ist deutlich mehr, als sich die Regierung wünscht. Um die Geburtenrate zu senken, haben sich die Behörden eine Lotterie der eher skurrilen Art einfallen lassen.

Lanciert wurde das «Spiel» in diesem Sommer. Es handelte sich dabei um eine Lotterie, bei der Männer und Frauen, die sich sterilisieren liessen, allerlei Dinge gewinnen konnten: ein Auto, Motorräder, Fernseher oder Mixer. Und der finanzielle Anreiz scheint seinen Zweck erfüllt zu haben: Insgesamt haben sich zwischen Juli und Oktober 1‘838 Personen sterilisieren lassen – dies sind immerhin 300 mehr als in der Vorjahresperiode.

Die Idee, Menschen durch finanzielle Anreize zur Sterilisation zu motivieren, ist gemäss NZZ alles andere als neu: Die Operation ist in staatlichen Spitälern und mobilen Gesundheitszentren in ganz Indien gratis. In Rajasthan bekommen Frauen vom Staat umgerechnet rund 14 Franken, Männer ungefähr das Doppelte. In einem von Banditen geplagten Distrikt in Madhya Pradesh haben Männer, die sich unfruchtbar machen liessen, gar eine Waffenlizenz bekommen. Andere Länder, andere Sitten. Wir empfehlen flankierend zu den Autos, Mixern und Waffenlizenzen die eine oder andere Aufklärungskampagne zu schalten und ein paar Franken in die Bildung der breiten Bevölkerung zu stecken. Dann kommt es sicher gut.
 

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