Zu guter Letzt: Tausche Bild gegen Titanic
Dass die Bild-Zeitung ungefragt Gratis-Exemplare verteilt, stösst vielen Deutschen sauer auf. Das Satiremagazin Titanic schafft Abhilfe.
Abhilfe schaffen beliebte Aufkleber in verschiedenen Variationen, mit denen sich genervte Bürger gegen die flächendeckende Zwangs-Lektüre wehren können.

Eine weitere Möglichkeit, sich zu wehren: Bild veröffentlicht jeweils eine E-Mail-Adresse – diesmal [email protected] – an die man ein «Widerspruchsmail» senden kann und so von der Zustellung ausgeschlossen wird. Werden sollte, denn so richtig geklappt hat dies letztes Mal nicht, wie der Watchblog Bildblog.de schreibt. Vielen Verfassern sei trotzdem eine Zeitung zugestellt worden, da laut Axel Springer die Widersprüche nicht rechtzeitig eingegangen seien.
Diesmal könnte sich jedoch selbst für Bild-Gegner das Tolerieren der Zustellung lohnen. Das Satire-Magazin Titanic veranstaltet in Berlin, Dortmund, Frankfurt, Hamburg und Hannover am 8. November einen «Zwangsumtausch»: Die Bild-Ausgabe kann kostenlos gegen die neuste Titanic-Ausgabe eingetauscht werden. Auszug aus Facebook:
Zum grossen Mauerevent am Abend des 08.11.2014 tauschen wir jede (in Worten: jede) Gratisbild gegen ein Faktenmagazin der Marke Titanic um. Ohne wenn und aber! Machen Sie das Beste aus Ihrem Papiermüll und geniessen Sie einen spätsommerlichen Abend mit Glühwein (umsonst), Mauerpropaganda (gratis) und bunten Witzheftchen (Titanic).
Organisiert wird die Aktion von der Satirepartei Die Partei und ihrem Chef Martin Sonneborn, ehemaliger Titanic-Chefredaktor und EU-Parlementarier. Eines der erklärten Ziele der Partei ist es, die Mauer wieder zu errichten. «Zwangsaustausch» wurde in der DDR die Verpflichtung für Besucher genannt, bei der Einreise einen bestimmten Betrag Ostmark zu einem überhöhten Kurs zu tauschen.
Für die Zeitschrift Titanic, die mit der Novemberausgabe nicht nur ihr 35-jähriges Bestehen, sondern auch die legendäre Titelseite zum Mauerfall 1989 feiert («Zonen-Gaby (17) im Glück (BRD): Meine erste Banane»), dürfte sich der Marketing-Coup – trotz der Gratis-Auflage – auszahlen. Im Gegensatz zur Bild-Zeitung wird Titanic mit der Aktion viele Sympathien und vermutlich zahlreiche neue Leser gewinnen. (hae)

