Zu guter Letzt: Stupsen, gruscheln und gemütlich Tütchen rauchen
Wie jedermann weiss, sind Community-Plattformen derzeit hoch im Kurs. Praktisch jeder Student und auch immer mehr andere Leute pflegen auf einer der vielen verschiedenen Netzwerke täglich ihr Profil, «added» oder «ignoren» andere Mitglieder, «poken» und «gruscheln» in der Weltgeschichte umher.
Wie jedermann weiss, sind Community-Plattformen derzeit hoch im Kurs. Praktisch jeder Student und auch immer mehr andere Leute pflegen auf einer der vielen verschiedenen Netzwerke täglich ihr Profil, «added» oder «ignoren» andere Mitglieder, «poken» und «gruscheln» in der Weltgeschichte umher oder geben einander irgendwelche Spitznamen. Für die Benutzer ist das Ganze ein spielerischer und einfacher Weg, um ohne viel Aufwand zu betreiben mit unzähligen Menschen in Kontakt zu bleiben (Stichwort: «Networking»). Für die Betreiber ist der Spass natürlich in erster Linie ein knallhartes Geschäft. Dass Betreiber und Benutzer nicht immer auf der gleichen Wellenlänge liegen, hat sich im Fall des deutschen Netzwerks StudiVZ – angeblich überhaupt nicht eingeschüchtert durch den baldigen Markteintritt das amerikanischen Giganten Facebook, die Werbewoche berichtete (siehe ) – schon häufiger gezeigt. Nun hat die Onlineausgabe des deutschen Nachrichtenmagazins Der Spiegel daraus allerdings angeblich eine ganz eigene Geschichte konstruieren wollen. Ein mit den Worten «Gott sei Dank dürfen wir bei Ermittlungsuntersuchen Daten jetzt herausgeben» überschriebenes Interview mit StudiVZ-Boss Marcus Riecke sorgt derzeit für viel Rummel. Liest man das Interview, gewinnt man praktisch den Eindruck die Netzwerk-Betreibe nun proaktiv gegen nicht gesetzeskonform handelnde User vorgehen und beispielsweise Leute, die auf ihren privaten Bildern beim Kiffen abgebildet sind, direkt bei der Polizei verpfeifen. «Dass wir Bilder und Daten an die Polizei geben, weil Ihr Euch darauf ein gemütliches Tütchen ansteckt, ist komplett erfunden und gelogen. So etwas tun wir nicht!» schreiben die Betreiber in einer Mitteilung an all ihre User. Man bitte die User solchem Journalismus keinen Nährboden zu geben. «Fakt ist: Ihr möchtet Sicherheit. (…) Um Euch eine sichere Plattform zu garantieren, haben sich alle Beteiligten an einige wichtige Regeln zu halten. Diese stammen nicht von uns, sondern sind für alle gültige und bindende Paragraphen der deutschen Gesetzgebung.» Klar, auch ein Community-Netzwerk ist keine rechtsfreie Zone. Auch keine werbefreie Zone, und schon gar keine besonders sichere Zone.Vor wenigen Tagen hat die neue StudiVZ-Besitzerin, die Holzbrinck-Gruppe, mit MeinVZ ein weiteres Netzwerk lanciert. Angesprochen werden sollen damit jene, die weder zur Schule gehen noch studieren. Der Netzwerkwahn geht weiter. Die Diskussionen um den Datenschutz auch.
