Zu guter Letzt: Street Parade auf der grünen Welle
Am 11. August rollen die Love Mobiles zum 16. Mal um das Zürcher Seebecken. Dass die Street Parade keine Intellektuellen-Veranstaltung ist, versteht sich von selbst. Doch mit dem diesjährigen Motto «Respect!» übertrifft sich das Veranstaltungskomitee in Sachen Plattheit selbst.
Am 11. August rollen die Love Mobiles zum 16. Mal um das Zürcher Seebecken. Dass die Street Parade keine Intellektuellen-Veranstaltung ist, versteht sich von selbst. Doch mit dem diesjährigen Motto «Respect!» übertrifft sich das Veranstaltungskomitee in Sachen Plattheit selbst. Techno hatte immer schon einfache Antworten auf komplexe Fragen parat. Dennoch sind die Paradenmottos ein jährlicher Höhepunkt der Dumpfheit. Diffus wird da in der Medienmitteilung, pardon: Predigt, drauflos geschwurbelt. Respekt, one word fits all: Ihrer Tradition als Demonstration für Friede, Freude, Eierkuchen verpflichtet, plädiert man ganz originell für Respekt gegenüber seinen Mitmenschen auf – gewaltfreies Miteinander für mehr Lebensqualität. Aber genauso gut lässt sich der Slogan auch auf den Zeitgeist des Individualismus münzen: Respekt vor sich selbst, seinen Träumen und seiner inneren Stimme – ein Bisschen Esoterik kommt immer gut – und Respekt vor der eigenen Gesundheit. Dann, ausbuchstabierend, heisst es, dass es um den Missbrauch von Drogen und Alkohol gehe, die Parade sei viel zu schön, um sie einfach zu ertränken oder verspicken. Kampftrinker und Pillenschmeisser go home! Dass viele den Tag nur auf Alk aushalten und oder durch psychadelische Drogen den tieferen Sinn des Slogans erkennen, davon schreiben die Paradenmacher nichts – aber ok, Enthaltung ist wohl ratsamer. Zu guter Letzt inszeniert sich die Parade dann als grüner Event und fordert Respekt vor der Natur. Und das ist dann wirklich der blanke Hohn, aber zum Glück können die Vertreter der Fauna im verpissten Zürichsee genauso wenig lesen wie die tauben Tauben und verstörten Ratten.
