Zu guter Letzt: Spendenfreudige Nazis

Ungewöhnliche Spendenkampagne: Die Aktion «Rechts gegen Rechts» funktionierte einen Neonazi-Marsch in einen Spendenlauf um und sammelte so Geld für die Aussteiger-Organisation Exit.

Die deutsche Stadt Wunsiedel steht einmal im Jahr unfreiwillig im Fokus der Öffentlichkeit: Alt- und Neonazis veranstalten dort ihren jährlichen Trauermarsch, um Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess zu gedenken. Dieser lag bis 2011 in Wunsiedel begraben. Da die Stadt die Rolle als Nazi-Pilgerstätte satt hatte, wurde das Grab aufgelöst, die sterblichen Überreste von Hess exhumiert. Der erwünschte Effekt blieb aus, der Ort hatte sich als Wallfahrtsort längst etabliert – mit oder ohne Grab.

Im Bestreben darum, die ungebetenen Gäste loszuwerden, ging Wunsiedeln dieses Jahr neue, kreative Wege und machte aus dem Trauermarsch der Neonazis am 15.11.2014 den unfreiwilligsten Spendenlauf Deutschlands. So wurden für jeden zurückgelegten Meter der Nazis zehn Euro an Exit gespendet. Die Initiative hilft Menschen, die mit dem Rechtsextremismus brechen und sich ein neues Leben aufbauen wollen.

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Die Marschroute wurde nicht nur mit aufmunternden Bannern geschmückt («Wenn der Führer das wüsste!») sondern auch die Zwischenstände der Spendenhöhe feinsäuberlich auf die Strasse gemalt. Um die unfreiwilligen Spendensammler zu stärken, wurde unterwegs sogar ein Verpflegungsstand («Mein Mampf!») mit Bananen aufgestellt.

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Am Ende der Route wurde der Spendenstand von 10'000 Euro mit Konfetti gefeiert – und sich artig bei den fleissigen «Sportsfreunden» für die Mithilfe bedankt:

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Ob es der Stadt gelingt, die Trauermäsche in Zukunft aus Wunsiedel zu verbannen, wird sich zeigen. Zumindest gesteigert dürfte die Aktion «Rechts gegen Rechts» die Attraktivität der Stadt aus rechter Sicht nicht haben. (hae)

//www.youtube.com/watch?v=ysTqSHoTz0M

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