Zu guter Letzt: Schneisen im Kulturdschungel

Die Online-Plattform des deutschen Nachrichtenmagazins Stern hat ein neues Angebot lanciert: die Stern-Shortlist. Um Werbepreise geht es dabei allerdings nicht, auch wenn im Namen die Listen anklingen, die für Werber die Welt bedeuten mögen. Vielmehr will die Website mit Listen die Welt erklären.

 Die Online-Plattform des deutschen Nachrichtenmagazins Stern hat ein neues Angebot lanciert: die Stern-Shortlist. Um Werbepreise geht es dabei allerdings nicht, auch wenn im Namen die Listen anklingen, die für Werber die Welt bedeuten mögen. Vielmehr will Stern-shortlist.de «eine Schneise durch den Kulturdschungel schlagen», wie es auf der Website heisst. Das Portal soll Übersicht in die Flut von Musik, Filmen, TV-Serien und Büchern bringen. Angelehnt ist das Konzept, die Welt in Listen zu erfassen, eindeutig am erfolgreichen Roman High Fidelity von Nick Hornby. Dessen Protagonist Rob macht nach einem schmerzhaften Beziehungs-Aus eine Liste seiner schlimmsten Trennungen. Ganz so düster sind die Themen auf der Stern-Website nicht. Sie wird von den Redakteuren gefüttert; im Zeitalter von Web 2.0 dürfen sich aber natürlich auch die Nutzer beteiligen und ihre Lieblingslisten zu x-beliebigen Themen veröffentlichen. Die Shortlists sind unterhaltend («Songs, die gedopte Radfahrer hören könnten»), sie vermitteln Wissen («Bücher, die für den deutschen Buchpreis 2006 nominiert waren»), bieten einen Nutzwert («Alles für Kinder, deren Mutter 60 wird») und geben Empfehlungen («PC-Games für Kinder, gegen die selbst kritische Pädagogen keine Einwände haben»).
Lehrreich sind die Listen wohl auch mal ungewollt: So erfahren wir aus der Liste «Jasmin Wagner: Alben aus meinem CD-Regal, über die sich meine Fans vielleicht wundern», dass es die früher als Blümchen bekannte Sängerin überhaupt noch gibt. Und auch das Unmögliche wollen manche User möglich machen: Die Liste «Filme, die super sind, auch wenn man Tom Cruise nicht mag» ist ein wahrhaft ambitioniertes Projekt – ebenso wie der Eintrag «Filme, in denen Jim Carrey mal keine Fratzen schneidet».

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