Zu guter Letzt: Schlechte News für Journalisten 

Gewisse Berufe sind gefährlicher als andere. Journalisten laufen oft in Gefahr, zu viel zu reden oder nicht genug zu schlafen. Auch ein Hang zum übermässigen Konsum von Kaffee, Rotwein und Zigaretten wird der Schreiberzunft vom Volksmund gerne nachgesagt.

Gewisse Berufe sind gefährlicher als andere. Journalisten laufen oft in Gefahr, zu viel zu reden oder nicht genug zu schlafen. Auch übermässiger Konsum von Kaffee, Rotwein und Zigaretten wird der Schreiberzunft vom Volksmund gerne nachgesagt. Doch das meint Timothy Balding nicht, wenn er sagt: «Heute ist der Journalismus gefährlicher denn je». Der CEO der World Association of Newspapers (WAN) hat einen traurigen Rekord zu vermelden: schon jetzt ist das Jahr 2006 mit 75 getöteten Journalisten das bisher fatalste in der seit 1996 geführten Statistik. Besonders gefährlich ist laut WAN-Zahlen die Berichterstattung aus dem Irak. Allein dieses Jahr sind dort 26 Journalisten bei der Ausübung ihres Berufes umgekommen. Dies nicht einfach aufgrund der in einem Krieg immanenten Gefahren, sondern deshalb, weil im Irak Medienschaffende regelrecht gejagt und ermordet werden. Timothy Balding findet klare Worte: «Diese Morde sind nicht nur Angriffe auf Individuen, sondern auf die Gesellschaft als Ganzes».
Zur Rechenschaft gezogen werden die Täter selten und auch die Opfer bleiben oft namenlos und sind schnell vergessen. Die normannische Stadt Bayeux und die Reporter ohne Grenzen sind in dieser Sache aktiv geworden. Am Samstag wird in Bayeux eine Gedenkstädte für Journalisten eröffnet, die an all jene erinnert, die weltweit seit 1944 während oder wegen ihrer Arbeit getötet wurden. Auf dem Gang durch das Mahnmal – ein gestalteter Weg, gesäumt mit weissen Steinen, auf denen die Namen der Toten eingraviert sind – kann der Besucher die 2’000 Journalisten vor Augen führen, die in den letzten 60 Jahren aufgrund ihres Berufes gestorben sind. Und sicher wird der eine oder der andere sein Glas erheben darauf, dass es doch immer genug Berufsleute gibt, die sich durch nichts davon abschrecken lassen, die Wahrheit zu erzählen.

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