Zu guter Letzt: Roland Nef und die Medien
Roland Nef hält nach seinem ruhmlosen Abgang als Armeechef vor eineinhalb Jahren nicht mehr viel von den Medien. Sie seien – zusammen mit intriganten SVPlern – Schuld am ganzen Debakel. Trotz seiner Anschuldigungen hat Nef diese Woche Zuflucht bei einem dieser «bösen» Medien gesucht. Er wagte sich ins «Talk Täglich»-Studio von Tele Züri.
«Treibjagd» und «Medienvernichtungsschlacht», so die Schlagwörter, mit denen Nef am Montagabend bei Markus Gilli um sich warf. Ihm selber komme bei der Affäre keine Schuld zu. Paradox, war es doch in erster Linie das private Fehlverhalten Nefs gegenüber seiner früheren Lebenspartnerin, das ihn den Posten als Armeechef kostete. Zu den Vorwürfen sagte Nef in der Sendung, er sei nie rechtskräftig verurteilt worden. Details gab er weiterhin keine bekannt – ist ja schliesslich Privatsache. Von den Medien forderte er denn auch, dass die Vorwürfe gegen ihn endlich einmal aufhörten. Mit seinem einstudiert wirkenden «Ich bin Opfer, nicht Täter»-Auftritt dürfte sich Nef aber ins eigene Fleisch geschnitten haben. War es doch absehbar, dass die anderen bösen Medien sofort über Nefs Besuch bei Tele Züri berichten würden. Beim Blick schaffte es Nef geradewegs aufs Titelblatt.

