Zu guter Letzt: Ringier in der Gerüchteküche
Ein aspirierender Verleger in Berlin hat sich die Traditionsmarke «Berliner Tageblatt» gesichert und behauptet nun, dass ihm ein Medienhaus aus Deutschlands Nachbarland, in dem man sich mit «Grüezi» begrüsse, eine sechsstellige Summe für die Rechte biete. Das besagte Verlagshaus gebe eine Boulevardzeitung heraus. Steigt also Ringier in den deutschen Tageszeitungsmarkt ein oder macht sich hier nur jemand wichtig?
Der Zeitungsmann Reiko Opitz in Berlin hat sich die Traditionsmarke «Berliner Tageblatt» gesichert und behauptet nun, dass ihm ein grosser Verlag eine «hohe sechsstellige Summe» für die Rechte biete. Um welches Unternehmen es sich handelt, will der Mann nicht preisgeben, doch er verriet gegenüber Spiegel Online immerhin soviel: Der Interessent verlege eine grosse Boulevardzeitung und komme aus Deutschlands Nachbarland, in dem man sich mit «Grüezi» begrüsse. Diese Nation könne nur die Schweiz sein und der Verlag mit Boulevardblatt also nur Ringier, folgert das Nachrichtenportal daraus. Bei Ringier verzichtet man allerdings auf einen Kommentar: Man nehme zu Gerüchten keine Stellung, heisst es dazu nur. Der Zeitungsname, der da anscheinend feilgeboten wird, hat eine ziemlich bewegte Geschichte hinter sich: Der Titel erschien erstmals 1872, wurde 1933 von den Nazis gleichgeschaltet und 1939 endgültig eingestellt. Nach dem traurigen Ende wurden die Namensrechte frei – und die hat sich im Sommer 2007 Reiko Opitz gesichert.
Er wollte den Namen ursprünglich nicht einfach verscherbeln, sondern die eigene Tageszeitung «Berliner Tageszeitung – Berliner Tageblatt – erstmals seit 1872» lancieren. Das Licht der Welt hätte das Blatt gemäss Spiegel Online schon im Dezember erblicken sollen, zu sehen ist bis jetzt allerdings erst ein Online-Auftritt unter Berlinertageblatt.net. Was laut Opitz an der Konkurrenz liegt, die wie David gegen Goliath vorgehe: Die Verleger von zwei bisherigen Berliner Tageszeitungen, der Tagesspiegel und die Berliner Zeitung, decken ihn mit einstweiligen Verfügungen ein. Der Tagesspiegel moniere beispielsweise, Opitz täusche eine «Unternehmertradition als Merkmal geschäftlicher Verhältnisse vor», berichtet Spiegel Online weiter. Doch das zuständige Gericht habe sich mit Schwierigkeiten konfrontiert gesehen: Als es die Verfügung an die im Impressum auf Berlinertageblatt.net angegebene Adresse senden wollte, habe sich diese im besten Beamtendeutsch als «nicht zustellbar» erwiesen.
Spiegel Online stellt den aspirierenden Zeitungsmann in einem zweifelhaften Licht dar. So seien seine Verbündeten eher halbseiden: ein Schlagersänger und eine ehemalige Miss Germany, zum Beispiel. Opitz’ Mission ist dafür edel: Er will ein liberal-konservatives Blatt machen, das für 10 Cent über den Ladentisch gehen solle. Womit die Mediengattung der «Fast-Gratiszeitung» erfunden wäre.
Ob Ringier an der Übernahme des Traditionsnamens tatsächlich interessiert ist oder gar an einer Zusammenarbeit mit Opitz, muss sich weisen. Vielleicht hat sich ja auch nur ein schlauer Geschäftsmann wichtig gemacht. Sollte das helvetische Verlagshaus in Deutschland nun neben den Magazinen Cicero und Monopol auch eine Tageszeitung herausgeben wollen, darf es sich auf alle Fälle warm anziehen: Publizistische Auseinandersetzungen werden in Deutschland nicht zufällig «Zeitungskrieg» genannt. In der Hauptstadt tobt er besonders intensiv. Aber vielleicht hätte ja Frank A. Meyer Ideen, wie der Titel am besten auf den Markt gebracht werden könnte.
Er wollte den Namen ursprünglich nicht einfach verscherbeln, sondern die eigene Tageszeitung «Berliner Tageszeitung – Berliner Tageblatt – erstmals seit 1872» lancieren. Das Licht der Welt hätte das Blatt gemäss Spiegel Online schon im Dezember erblicken sollen, zu sehen ist bis jetzt allerdings erst ein Online-Auftritt unter Berlinertageblatt.net. Was laut Opitz an der Konkurrenz liegt, die wie David gegen Goliath vorgehe: Die Verleger von zwei bisherigen Berliner Tageszeitungen, der Tagesspiegel und die Berliner Zeitung, decken ihn mit einstweiligen Verfügungen ein. Der Tagesspiegel moniere beispielsweise, Opitz täusche eine «Unternehmertradition als Merkmal geschäftlicher Verhältnisse vor», berichtet Spiegel Online weiter. Doch das zuständige Gericht habe sich mit Schwierigkeiten konfrontiert gesehen: Als es die Verfügung an die im Impressum auf Berlinertageblatt.net angegebene Adresse senden wollte, habe sich diese im besten Beamtendeutsch als «nicht zustellbar» erwiesen.
Spiegel Online stellt den aspirierenden Zeitungsmann in einem zweifelhaften Licht dar. So seien seine Verbündeten eher halbseiden: ein Schlagersänger und eine ehemalige Miss Germany, zum Beispiel. Opitz’ Mission ist dafür edel: Er will ein liberal-konservatives Blatt machen, das für 10 Cent über den Ladentisch gehen solle. Womit die Mediengattung der «Fast-Gratiszeitung» erfunden wäre.
Ob Ringier an der Übernahme des Traditionsnamens tatsächlich interessiert ist oder gar an einer Zusammenarbeit mit Opitz, muss sich weisen. Vielleicht hat sich ja auch nur ein schlauer Geschäftsmann wichtig gemacht. Sollte das helvetische Verlagshaus in Deutschland nun neben den Magazinen Cicero und Monopol auch eine Tageszeitung herausgeben wollen, darf es sich auf alle Fälle warm anziehen: Publizistische Auseinandersetzungen werden in Deutschland nicht zufällig «Zeitungskrieg» genannt. In der Hauptstadt tobt er besonders intensiv. Aber vielleicht hätte ja Frank A. Meyer Ideen, wie der Titel am besten auf den Markt gebracht werden könnte.
