Zu guter Letzt: «Rettet den Bund» – Jetzt erst recht

Mittlerweile haben über 11'000 Leser und Sympathisanten die Petition zur Rettung des Bund unterschrieben. Eine nicht gerade schwache Reaktion auf das Vorhaben der Tamedia, dem Traditionsblatt seine redaktionelle Autonomie zu entziehen.

Dem Bund droht seit einiger Zeit der Verlust seiner redaktionellen Eigenständigkeit als Berner Tageszeitung. Mittlerweile haben jedoch über 11’000 Leser und Sympathisanten die Petition zur Rettung des Traditionsblattes unterschrieben, wie die NZZ am Sonntag vermeldete. Eine nicht gerade schwache Reaktion auf das Vorhaben der Tamedia, dem Bund seine redaktionelle Autonomie zu entziehen. Doch mit einer Auflage von 55’000 Exemplaren und einer Bilanz, die sich generell in den roten Zahlen befindet, lässt sich die Tamedia schwer zwingen, ein solches Projekt weiterzuführen – auch nicht mit 20’000 Unterschriften. Über die möglichen Konzepte einer redaktionellen Kooperation mit dem Zürcher Tages-Anzeiger oder einem Zusammenschluss mit der Berner Zeitung scheiden sich die Geister noch. Der Vorschlag des Urner Journalisten Karl Lüönd jedoch, dass die 11’000 Petitionäre anstelle einer Unterschrift dem Bund den Betrag von 1’000 Franken als Solidaritätsbeitrag zukommen lassen könnten, überzeugt. Zumindest ist nicht von der Hand zu weisen, dass ohne einen solchen Tatbeweis von Leser- oder Medienseite die Petition eher als symbolischer Rettungsversuch anmutet – und ausserdem die Rechnung nicht besser macht.

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