Zu guter Letzt: Raffiniert abgeschmeckter Etikettenschwindel

Ein langer Arbeitstag neigt sich dem Ende zu. Endlich raus aus dem Büro. Computer runterfahren, rein ins Auto, Fenster runter, laute Musik. Der Magen knurrt.

Ein langer Arbeitstag neigt sich dem Ende zu. Endlich raus aus dem Büro. Computer runterfahren, rein ins Auto, Fenster runter, laute Musik. Der Magen knurrt, aber woher die Kraft nehmen, um noch stundenlang in der Küche irgendwas zu brutzeln? Ein klarer Fall für eine von diesen leckeren Fertigmahlzeiten. Eine, die man nur mal eben schnell aufwärmen muss und die einem in der Werbung immer so schmackhaft gemacht werden. Die Auswahl ist riesig. Wie wär’s jetzt zum Beispiel mit «Grünkohl mit herzhaft-deftiger Kohlwurst und Kartoffelwürfeln»? Auf der Packung steht da immerhin noch «raffiniert abgeschmeckt» als Zusatz. Oder ein «Seehechtfilet in Dillsauce, mit Blattspinat und Kartoffelpüree»? Oder vielleicht doch eine «Rinderroulade mit Kartoffelpüree und Apfelrotkohl»? – Die Entscheidung fällt schwer. Auf den Verpackungen sieht alles so frisch, so «herzhaft», so liebevoll hergerichtet aus. Dass die Microwellen-Realität dann oft eine andere ist, demaskiert nun das liebevolle der Website Pundo3000. Hundert Fertigmahlzeiten wurden im Vorher-Nachher-Stil abgelichtet. Schonungslos fördern die Bilder die Diskrepanz zwischen Werbeillusion und Produkt zu Tage. Zum Vorschein kommen: an Würmer erinnernde Spätzli, manch ekliges Würstchen, manch trübe Brühe und mancher Etikettenschwindel. Wieso hat der Kakao-Keks zum Beispiel in Wirklichkeit nur einen Zehntel so viel Füllung wie auf der Packung? Guten Appetit! 
 

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