Zu guter Letzt: Radio, das durch Beton geht

Hat man sich in Bundesbern zu viele alte James-Bond-Filme angeschaut? Jedenfalls wird das geheime Sendernetz aus dem kalten Krieg wieder aufgemöbelt, um künftig im Katastrophenfall ein landesweites Radio-Notprogramm zu ermöglichen.

 Hat man sich in Bundesbern zu viele alte James-Bond-Filme angeschaut? Jedenfalls scheint die Beamten ein Flashback zu überkommen: Das geheime Sendernetz aus dem kalten Krieg wird wieder aufgemöbelt, um künftig im Katastrophenfall ein landesweites Radio-Notprogramm zu ermöglichen. Unter dem klingenden Projektnamen «Information der Bevölkerung durch den Bund in Krisenlagen mit Radio» (IBBK) werden 36 unterirdische, bei Bedarf ausfahrbare Geheimantennen für einen Betrag von 18 Millionen saniert, wie das Medienmagazin Klartext in seiner neusten Ausgabe berichtet. Für das Beton durchdringende Programm sollen im Krisenfall SRG-Leute sorgen, zusammen mit Kommunikationsfachleuten aus den Bundesdepartementen. Die Instandhaltung eines millionenschweren Sendernetzes, das noch ganz dem Luftschutzraumgedanken verpflichtet scheint, wirft einige Fragen auf. Schliesslich sprach sich sogar der Nationalrat vor zwei Jahren für die Aufhebung der Schutzraumpflicht aus. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz jedoch zeigte sich gegenüber Klartext erwartungsgemäss überzeugt vom Projekt. Nur die Sache mit der Geheimhaltung muss man sich wohl nochmals überlegen: Obwohl das IBBK-Projekt als vertraulich klassifiziert ist, wird in einer Swisscom-Broschüre ganz offen auf die Existenz der Katastrophensender hingewiesen. Da müssen die Schlapphüte wohl nochmals über die Bücher gehen.

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