Zu guter Letzt: Produkterückruf

Ein in der Berliner Tageszeitung Taz veröffentlichter Produkterückruf für deutsche Kleinwaffen sorgte für Gesprächsstoff – und den gewünschten viralen Effekt.

Die Thematik kennen wir ja auch hierzulande: Die Rüstungsindustrie exportiert nicht nur viel, sondern auch in Länder, die einen zweifelhaften Ruf geniessen und es mit den Menschenrechten nicht immer so genau nehmen. Im letzten September wurde die Kriegsmaterialverordnung sogar noch gelockert, neu «kann eine Bewilligung erteilt werden, wenn ein geringes Risiko besteht, dass das auszuführende Kriegsmaterial zur Begehung von schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen eingesetzt wird.» (Quelle). So kann die neutrale Schweiz auch wieder Länder wie Pakistan, die Arabischen Emirate, Katar oder Saudiarabien in ihrem Kundenportfolio begrüssen. Aus dem Auge, aus dem Sinn – die Käufer überweisen schliesslich pünktlich und sichern so Schweizer Arbeitsplätze.

Die Frage, wem man welches Kriegsmaterial verkaufen sollte, beschäftigt auch Deutschland. Die Deutsche Friedensgemeinschaft DFG-VK will Waffenexporte stoppen und hat sich mit einem Zeitungsinserat die maximale Aufmerksamkeit erreicht. Ein fiktiver Produkterückruf:

In unabhängigen Prüfungen wurde festgestellt, dass es bei sachgemässer Bedienung der Waffen zu tödlichen Zwischenfällen kommen kann. Es muss davon ausgegangen werden, dass bereits Millionen Menschen weltweit durch diese deutschen Waffen den Tod fanden. Die Anzahl der Verletzungen dürfte diese Zahlen noch weit übersteigen.

waffen
via Schleckysilberstein.com

Dass Heckler & Koch, Carl Walther und SIG Sauer dem Aufruf zum Rückruf folgen, ist nicht anzunehmen. Dass die DFG-VK mit der Aktion Waffenrueckruf.de jedoch weiter für die Problematik der Waffenexporte sensibilisiert, jedoch schon. (hae)

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