Zu guter Letzt: Politisches Rascheln im Blätterwald
In der aktuellen Ausgabe druckte die WOZ die Reaktionen auf das falsche SVP-Blatt ab, das sie eine Woche vor den Bundesratswahlen als «Sonderbund» mitgeliefert hatte. Und im rechten Lager weiss man, was es für eine richtige Opposition braucht.
In der aktuellen Ausgabe druckte die WOZ die Reaktionen auf das falsche SVP-Blatt ab, das sie eine Woche vor den Bundesratswahlen als «Sonderbund» mitgeliefert hatte (siehe ). Es gingen zahlreiche Leserbriefe ein – manche Leser sind drauf reingefallen («Ihr habt mich reingelegt! Fassungslos halte ich den «Schweizer» in der Hand. Mit meiner Adresse drauf. Saucheiben, ist meine erste Reaktion. Saucheiben, elende. Sofort will ich an den Computer. Ein Hassbrief solls werden (…)»). Andere wiederum loben die Aktion in höchsten Tönen («Vielen Dank für den Gang durchs journalistische Gruselkabinett!»). Sogar im Bundeshaus wars ein Thema. So soll SVP-Nationalrat Hans Fehr beim Betrachten der Zeitung gemeint haben: «Das sieht aus wie von uns». Sein Fazit: «Gut gemacht, aber vom Feind.» Ob wir nun bald ein ähnliches Produkt, diesmal aber vom «Freund», in den Händen halten werden, bleibt offen. Auf der sehr rechtsgerichteten Website Winkelried.info jedenfalls ist man sich sicher: Um auf Dauer Opposition machen zu können, braucht es eine Tageszeitung. Leider Gottes verfüge die SVP aber nicht über die dafür benötigten 70 bis 120 Millionen Franken. Doch selbst wenn die Finanzierung gelingen sollte, müsse man dann auch noch die Journalisten haben, um die Zeitung zu füllen. Und dieses Problem sei wahrscheinlich noch grösser als dasjenige des Geldes. Welch weise Worte aus dem Munde Winkelried, der zu argwöhnen pflegt, dass Journalisten im linken Milieu sozialisiert sind.
