Zu guter Letzt: Notiz an die Redaktion
Wie gut stehen die Chancen, eine nicht für die Öffentlichkeit gedachte Notiz in einer Zeitung wie dem Tagesanzeiger unterzubringen? Nicht sehr gut. Ausser man benutzt ein Trojanische Pferd.
Dieses wäre für den Tagesanzeiger ab heute die SDA. Denn gegenüber dem Pressedienst scheint das Vertrauen bisweilen so weit zu reichen, dass Texte nicht nur einfach vollständig übernommen werden. Man scheint nicht einmal mehr die Zeit zu haben, diese durchzulesen. Und so schlüpft halt auch schon mal einen Notiz an die Redaktion mit in den Artikel. So geschehen am Mittwoch, frühmorgens. Die SDA hat in ihrer Meldung zur Gründung der neuen Gesellschaft von Ringer und Axel Springer eine Notiz an die Redaktionen angehängt. Der Tagesanzeiger.ch hat nun diese Meldung schon morgens um 6 Uhr eins zu eins abgedruckt und ins Internet gestellt. Was an sich kein Problem darstellen muss. Doch hat der Tagi in diesem Fall nicht nur sein vollstes Vertrauen in die SDA bewiesen, sondern leider vergessen, die Notiz an die Redaktion zu entfernen. So heisst es da nun, zum Ende des Textes: «Ringier und Axel Springer veranstalten am (heutigen) Mittwoch eine Medienkonferenz zur Gründung der neuen Gesellschaft. Notiz an die Redaktion: Die MK von Ringier und Axel Springer findet um 10 Uhr am Sitz von Ringier in Zürich statt. Die SDA deckt den Anlass ab.» Lustig, aber doch nur ein Kavaliersdelikt. Könnte dies doch ebenso gut in jeder anderen Online-Redaktion passieren, die unter Zeitdruck gerne auch einmal eine SDA-Meldung übernimmt.
