Zu guter Letzt: Mist von politischer Dimension
Die USA haben den ersten schwarzen Präsidenten ihrer Geschichte gewählt, die Finanzmärkte stecken in einer Jahrhundertkrise und Bundesrat Samuel Schmid ist das Opfer «sozialer Lynchjustiz» geworden. Doch die Regierung des Bündner Wintersport- und Luftkurortes Davos hat ein ganz anderes Problem.
Die USA haben den ersten schwarzen Präsidenten ihrer Geschichte gewählt, die Finanzmärkte stecken in einer Jahrhundertkrise und Bundesrat Samuel Schmid ist das Opfer «sozialer Lynchjustiz» geworden (Zitat von Soziologe Kurt Imhof auf Tagesanzeiger.ch). Doch die Regierung des Bündner Wintersport- und Luftkurortes Davos hat ein ganz anderes Problem: touristenunkompatiblen Pferdemist, und zwar jede Menge davon. 18 Kutscherbetriebe traben mit ihren Fuhrwerken winters durch den beliebten Skiort und deponieren dabei etliche braune Bomben. Mit Regen oder Schnee gemischt ergebe sich daraus «jene unappetitliche Situation, die jeweils zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung provoziert» habe, schreibt der Kleine Landrat in einer Pressemitteilung. Deshalb hat das Gremium am Donnerstag eine Verordnung verabschiedet. Ab Dezember müssen alle in Davos tätigen Kutscher den Mist selber einsammeln. Sonst droht richtig Ärger von den Männern in blau. Denn Verstösse sollen nicht einfach mit Bussen, sondern über ein ordentliches Verfahren samt Verzeigung beim kantonalen Strassenverkehrsamt geahndet werden. Mit der neuen Praxis soll strikte dem im Verkehrswesen geltenden Verursacherprinzip nachgelebt werden. Vielleicht sollte sich der Landrat langsam über die Windeltragepflicht für Pferde Gedanken machen.
