Zu guter Letzt: Menschenjagd verboten
Das weltweit umstrittene Computerspiel «Manhunt 2» kommt nicht auf den Schweizer Markt. Nach Verboten in Grossbritannien, Irland, Australien, Neuseeland und Italien kommt auch der schweizerische Branchenverband SIEA zur Ansicht, das Game überschreite eine tolerierbare Grenze der Gewaltdarstellung. Doch was heisst das genau?
Das weltweit umstrittene Computerspiel «Manhunt 2» kommt nicht auf den Schweizer Markt. Nach Verboten in Grossbritannien, Irland, Australien, Neuseeland und Italien kommt auch der schweizerische Branchenverband SIEA zur Ansicht, das Game überschreite eine tolerierbare Grenze der Gewaltdarstellung. Doch was heisst das genau? Was unterscheidet «Manhunt 2» von Spielen wie dem nicht minder brutalen «FarCry»? Warum wird ausgerechnet bei diesem Spiel die sonst so diffuse Linie zwischen künstlerischer Freiheit und öffentlich Vertretbarem plötzlich so klar? Bei «Manhunt» kumulieren sich drei Faktoren, auf die man sich bei den Zensurbehörden einigen konnte:
Virtuelle Gewalt gegen Menschen ist nicht erst seit «Manhunt» verpönt. Schon 1997 führte sie in England beim Autorennspiel «Carmageddon», in dessen erster Version man Fussgänger überfahren konnte, zum Totalverbot. Dieses wurde erst aufgehoben, als die Produzenten die Menschen durch Zombies und Aliens ersetzten und das spritzende Blut grün einfärbten. Natürlich gibt es viele Spiele, in denen man Menschen tötet, die trotzdem nicht verboten sind. Doch im Unterschied zu «Manhunt», wo man sich als Psychopath an seine Opfer heranschleicht, und sie mit einer Plastiktüte erdrosselt, liegt in den allermeisten dieser Games eine Art moralische Rechtfertigung vor: Man tötet den Bösen, in «Call Of Duty» beispielsweise Nazis. Wäre das umgekehrt, wäre das Spiel wohl verboten. Überdies geht «Manhunt» jegliche ironische Brechung ab. Während in etwa in «Mortal Combat» die Gewalt durch comichafte Übertreibung dargestellt wird, man verwandelt sich am Ende des Kampfes in einen fauchenden Drachen, der seinem Gegner die obere Hälfte des Körpers abbeisst. In «Manhunt» wird demgegenüber möglichst realistisch gemeuchelt.
