Zu guter Letzt: Meine Freunde im Bundesrat
Sympathisch kam sie rüber, die neue Bundesrätin Widmer-Schlumpf, die trotz erheblichem Schlafmangel in den turbulenten Tagen der Wahl in unzähligen Fernseh- und Radiosendungen zu erleben war. Und auch Micheline Calmy-Rey wirkt stets engagiert und äusserst gewinnend.
Sympathisch kam sie rüber, die neue Bundesrätin Widmer-Schlumpf, die trotz erheblichem Schlafmangel in den turbulenten Tagen nach ihrer Wahl in unzähligen Fernseh- und Radiosendungen zu erleben war. Und auch Micheline Calmy-Rey wirkt stets engagiert und äusserst gewinnend. Schade, dass man sich mit den vielbeschäftigten Bundesrätinnen nicht mal zu einem Gedankenaustausch treffen und gemütlich eine heisse Schokolade schlürfen kann. Vielleicht würde daraus ja sogar eine Freundschaft entstehen, wer weiss. Der junge Neuenburger Student Bertil Suter hat uns dem Traum von einer Freundschaft mit den höchsten Politikern dieses Landes ein ganzes Stück näher gebracht. Dreist schaltete er für jedes Mitglied der Landesregierung ein eigenes Profil innerhalb des Community-Netzwerks Facebook auf (die Werbewoche berichtete, siehe ). Sein erklärtes Ziel ist es eine Diskussionsplattform für Schweizer Politik ins Leben zu rufen und den direkten Kontakt zu den Ministern herzustellen. In einem ersten Schritt versucht er nun den «falschen» Bundesrätinnen und Bundesräten möglichst viele Freunde zu verschaffen. Momentan führt Micheline Calmy-Rey mit 679 Kontakten. In einem zweiten Schritt will Suter dann die Landesregierung direkt angehen und sie dazu bewegen die Profile selbst zu verwalten. Dafür reiche ein Zeitaufwand von einer halben Stunde pro Woche. Eigentlich steht also der neuartigen Form der Kontaktpflege mit dem Volk – ausländische Politiker wie die französische Ministerin für Bildung und Forschung, Valérie Pécresse nutzen diese bereits – nichts mehr im Wege. Zumal auch der einzige Bundesrat, der in seinem Leben noch nie eine E-Mail geschrieben hat, nicht mehr in der Regierung sitzt. Aber der braucht ja auch kein Facebook. Schliesslich hat er in Roger Köppel längst einen Freund fürs Leben gefunden.
