Zu guter Letzt: Mehr Toiletten für die Würde
«Toiletten bedeuten Würde» ist tatsächlich der Slogan einer tatsächlich am Dienstag eröffnenden Ausstellung auf dem Zürcher Paradeplatz.
«Toiletten bedeuten Würde» ist tatsächlich der Slogan einer tatsächlich am Dienstag eröffnenden Ausstellung auf dem Zürcher Paradeplatz. Die Ausstellung widmet sich einem schwierigen Thema. Einem nämlich, über das lieber geschwiegen als gesprochen wird: Dem WC, der Toilette, dem Klo. Ausgerechnet auf dem Zürcher Paradeplatz – dem Dreh- und Angelpunkt der Hochfinanz – werden lebensgrosse Figuren für die Möglichkeit des Befriedigens der hygienischen Grundbedürfnisse werben. Ob dieser Kommunikations-Schuss nicht nach hinten losgeht? Kapital ist konservativ, und so begeben sich kultivierte Damen seit Jahrzehnten für das Pudern ihrer Nasen aufs WC. Auch in diesem Sinn bedeuten Toiletten Würde, und diese Würde liegt den Paradeplatz-Passantinnen und Passanten sicherlich näher als die Not der 2,6 Milliarden Menschen ohne Zugang zu sanitären Einrichtungen. Dennoch wünscht die Werbewoche der Non-Profit-Organisation German Toilet Organisation und der Marketingagentur Factum ein spendenfreudiges Publikum.
