Zu guter Letzt: Masernlimitationskampagne stösst auf Widerstand

Das Bundesamt für Gesundheit will die Masern bis 2015 auszurotten. Dafür ist unter anderem eine grossangelegte Präventionskampagne geplant. Einige Kantone durchkreuzen nun aber die Finanzierungspläne.

Das Bundesamt für Gesundheit BAG will das Virus mit einer gross angelegten Aktion eliminieren. Das Ziel ist es, dass Schulen und Krippen schweizweit die Impfausweise kontrollieren und nicht geimpfte Kinder für bis zu 21 Tage nach Hausen schicken, sobald ein Kind erkrankt. Dies schreibt die NZZ am Sonntag. Eltern sollen ausserdem ihre Kinder gratis impfen lassen können und auch keinen Selbstbehalt zahlen müssen.  

Bis anhin ist für diese Aktion bereits eine Präventionskampagne geplant (die Werbewoche.ch berichtete). Das Bundesamt für Gesundheit hat dafür letzte Woche einer Zürcher Werbeagentur einen Auftrag über 3 Millionen Franken erteilt.

Nun sollen die Kantone gemäss NZZ am Sonntag noch einmal 3 Millionen Franken beisteuern. Sie sollen das Geld entweder direkt an den Bund überweisen, oder damit eine eigene Kampagne gegen Masern starten. Vom Vorstand der Gesundheitsdirektoren wurden die Pläne bereits gutgeheissen.

Bei einigen Kantonen ist diese Forderung aber nicht gut angekommen. Da sich Genf bereits seit Jahren anstrenge, die Masern zu eliminieren, verlangt Genf nun, weniger zusätzlich zahlen zu müsen. Ausserdem sei es Aufgabe des Bundes, nationale Präventionskampagnen zu führen. Auch in der Deutschschweiz sind die Katone gemäss NZZ am Sonntag nicht bereit, mehr beizusteuern. Der Kanton Appenzell Innerrhoden stelle die Kampagne des Bundes grundsätzlich in Frage. So sagt Martin Würmli, Departementssekretär im Gesundheits- und Sozialdepartement: «Wir bezweifeln, dass Aufwand und Ertrag in einem vernünftigen Verhältnis stehen». Die Innerrhoder liessen sich kulturell bedingt weniger impfen und gingen weniger häufig zum Arzt, sagt Würmli. «Auch wenn der Bund unbedingt die Ziele der Weltgesundheitsorganisation durchsetzen will, ist die Aussicht gering, dass die Kampagne das Impfverhalten bei uns nachhaltig verändert.» Der Kanton Schwyz unterstützt zwar die Ziele des Bundes, ist aber mit der Kampagne nicht ganz einverstanden. So sagt der Schwyzer Kantonsarzt Svend Capol gemäss NZZ am Sonntag: «In der Ausführung muss das Lokalkolorit berücksichtigt werden. In Schwyz wollen wir die Informationen wenn möglich wie letztes Jahr mit einem regionalen Prominenten behutsam vermitteln – mit zu viel Autorität weckt man Widerwillen.»

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