Zu guter Letzt: Lölis under Attack

Die nächste Kampagne im Visier von Sitte und Moral: Media Markt darf die Lölis nicht mehr in ihrer vollen Pracht zeigen.

Die einen lieben sie, die anderen – und das ist ohne Frage die grössere Gruppe – hassen sie: Die Lölis. Die neuen Aushängeschilder von Media Markt Schweiz wurden in der Schweiz nicht nur mit offenen Armen empfangen, nachdem sie von der Wiener Agentur Demner, Merlicek & Bergmann auf die ahnungslose Eidgenossenschaft losgelassen wurden (Werbewoche.ch berichtete).

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//www.youtube.com/watch?v=469FEJapIOU

Ein erster Stolperstein im Tessin: Dort hiess die Familie Baluba. Die Baluba sind – wenn sie nicht gerade eine Media-Markt-Familie betiteln – eine Ethnie in Zentralafrika. Ein weiterer Fall von diskriminierender Werbung. Das waren sich zumindest einige Zuschauer sicher. Folgen: RSI kippte den Spot aus dem Programm, Media Markt entschuldigte sich. Und: Die Balubas heissen nun Babbeo.

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Screenshot Ticinonews.ch

Als wäre das nicht schlimm genug, ist die Familie – die hinter vorgehaltener Hand nicht wenige Anhänger hat – nun auch in der Deutschschweiz ins Fadenkreuz der Sittenwächter geraten: Sohn Reto onaniert im ersten Spot unter der Bettdecke. Ziel der Begierde: Ein Pixelporno der rudimentäreren Sorte.

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Switzerland, 10 Points: Die Österreicher meinten es eigentlich nur gut mit uns.

Ein verstohlener Lacher für viele – ein Ärgernis für 20-Minuten-Leserin Sandra S., die nichtsahnend mit ihrem Göttibub um 19 Uhr fernsehen wollte und sich plötzlich mit ungewollt delikaten Fragen konfrontiert sah. «Gehts noch?», fragt sie. Nein, geht nicht mehr: Media Markt verbannt den Kurzspot «Sohn Reto» aus dem Programm – und schiebt den Spot mit der ganzen Familie (siehe Video oben) zeitlich nach hinten. Läuft nicht mehr bei Media Markt.

Und nun gibt’s auch noch von Branchen-Sprachrohr Frank Bodin aufs Dach, der besagte Szene auf 20min.ch als «Löli-Idee» bezeichnet. Er persönlich hätte für Mediamarkt nicht dieses Mittel der sexuellen Provokation gewählt, da das Thema weder mit der Marke noch mit der Kommunikationsidee im Einklang stehe. Das ist nachvollziehbar. Aber immerhin hat sich Media Markt dank Reto, 20 Minuten und Blick wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gedrängt. Das hätte sich mit «Das muesi grad am Urs verzelle» und «Ich bi doch nid blöd» auf die Dauer wohl schwierig gestaltet.

Thomas Häusermann
 

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