Zu guter Letzt: Frauen nachschauen
Was die automatische Vervollständigung von Google im Zusammehang mit Frauen alles so vorschlägt, zeigt Ogilvy & Mather Dubai in einer bedenklichen Kampagne für UN Women.

So genial der Algorithmus in den meisten Anwendungen ist, so unangenehm kann er im Einzelfall werden. Denn er zeigt – unter Berücksichtigung einiger Auflagen von Google – schonungslos auf, nach was in welchem Zusammenhang oft gesucht wird. Beispiel Bettina Wulff: Dubios verbreitete Gerüchte über eine allfällige Rotlicht-Vergangenheit verewigten sich hartnäckig in den von Google vorgeschlagenen Suchbegriffen, sobald man ihren Namen eingab. Die Noch-Ehefrau des ehemaligen deutschen Bundespräsidenten verstrickte sich in der Folge in einen zähen Rechtsstreit. Google entfernte – rein freiwillig und ohne rechtlichen Druck natürlich – einige Begriffe aus den Wulff-Suchvorschlägen. Im Mai 2013 legte der Bundesgerichtshof in einem ähnlichen Fall jedoch unmissverständlich fest: «Weist ein Betroffener den Betreiber [einer Suchmaschine] auf eine rechtswidrige Verletzung seines Persönlichkeitsrechts hin, ist der Betreiber verpflichtet, zukünftig derartige Verletzungen zu verhindern.»
Dass die Autocomplete-Funktion zeigt, wie eine Masse wirklich denkt und sucht, macht sich Ogilvy & Mather Dubai zu Nutze. Für die Frauenrechtsorganisation UN Women googelte die Agentur Ausdrücke wie «women should», «women shouldn't» oder «women need to» und schaute, welche Vorschläge die Suchmaschine zur Vervollständigung machte. Die Antworten hängen natürlich vom Standort des Googlers ab und sind hierzulande nicht reproduzierbar. (hae)




