Zu guter Letzt: Fernsehen und Fäkalsprache

Auch Regierungschefs kennen Kraftausdrücke, und auch Regierungschefs scheinen hin und wieder Zeit zu haben, um sich vor die Glotze zu setzen. Was der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger dort sieht, scheint ihm allerdings grösstenteils überhaupt nicht zu gefallen.

 Auch Regierungschefs kennen Kraftausdrücke, und auch Regierungschefs scheinen hin und wieder Zeit zu haben, um sich vor die Glotze zu setzen. Was der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger dort sieht, scheint ihm allerdings grösstenteils überhaupt nicht zu gefallen. «Es gibt Programme, die in einigen Sendern verstärkt kommen, von denen ich erhebliche Gefahren für die Erziehung der Jugend ausgehen sehe», sagte der Regierungschef des drittgrössten deutschen Bundeslandes am Dienstag in Stuttgart und nannte dabei die Sender Super RTL und RTL 2 als herausragende Sündenböcke. Der Einfluss der Medien auf die Gesellschaft sei erheblich gewachsen, sagte Oettinger und titulierte das unabhängige Fernsehschaffen mit den Worten «Scheiss-Privatfernsehen». Ausserdem ermahnte er die Werbewirtschaft diese Kanäle nicht zu nutzen: «Markenprodukte mit gutem Namen sollten nicht in Nachbarschaft von jugendgefährdenden Sendungen für sich werben». Für einmal fanden die klaren Worte des CDU-Landesvaters sogar Anklang bei der politischen Konkurrenz. Die Grünen im baden-württembergischen Landtag sehen sich durch Oettinger nun in ihrer Meinung bestärkt, dass die «RTLisierung der Gesellschaft» voranschreite. Das sieht die RTL-Sendergruppe natürlich etwas anders. Super-RTL-Sprecherin Kreft sagte, Oettingers Aussage sei «undifferenziert und nicht haltbar». Als nicht haltbar erwies sich auch Oettingers langjährige Ehefrau Inken. Da sie vor einigen Monaten mit Porsche-Manager Otmar Westerfellhaus durchgebrannt ist, muss der Ministerpräsident derzeit daheim ganz alleine Arte schauen.

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