Zu guter Letzt: Es unt und unt im Wörterwald

Die englische Vorsilbe «Un-» ist im Trend: Bei Twitter können Sie «unfollowen», bei Youtube «unfavoriten», bei Facebook «unfrienden» - letzteres wurde gar vor Kurzem vom New Oxford English Dicitionary zum englischen Wort des Jahres 2009 gekürt.

Doch wer nun denkt, es handle sich beim Un-Boom um ein Phänomen der heutigen Social-Networking-Gesellschaft, der täuscht sich: Bereits 1967 pries sich die Limonade 7-Up als «Un-Cola» an, der Slogan lautete «put some un- in your life» – im nachfolgenden Mai leistete die Jugend dem Aufruf Folge und kletterte auf die Barrikaden. Auch heute ist die neue Beliebtheit der alten Vorsilbe mehr als nur ein linguistisches Kuriosum: Mit dem allen Computernutzern wohl bestens bekannte undo-Befehl beispielsweise habe die Informationstechnologie uns beigebracht, dass unsere Taten immer zurückgenommen werden können, heisst es im Trendradar 2.09 des GDI Gottlieb Duttweiler Institute, der sich ganz dem gegenwärtigen Erfolg der Vorsilbe widmet. Die Un-Mode habe indes noch eine weitere Bedeutung: Als Negation stehe das Präfix für Ablehnung. Un- sei als Zeichen des Unbehagens die Verkürzung des Wunsches nach Veränderung, eine Art Leerstelle für das, was komme, was wir aber noch nicht richtig verstehen und benennen könnten.
Beispiele, was alles ver-unt werden kann, gibt es unzählige: Branding, Store, Convenience, Comsuption, Packaging, Pricing, Restaurant, Model, Conference, Teaching, Possessing oder auch Economy. Was Unbranding, Unrestaurant, Unmodel und Co. bedeutet, können sie hier nachlesen (Quelle: Trendradar 2.09 des GDI).
Aber lassen Sie sich von den vielen Uns nicht ver-un-sichern: Geniessen sie die w-un-derschöne Weihnachtszeit, verbringen Sie viel Zeit mit Familie un-d Fre-un-den un-d rutschen Sie gut ins n-un folgende 2010!

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