Zu guter Letzt: Es gibt sie noch, die erfolgreiche Boulevardzeitung

Anzeigenflaute, Krise, Stellenabbau? Noch nie davon gehört! So tönt es vonseiten des deutschen Boulevardblatts Bild. Dem Flaggschiff des Springer-Konzerns geht es so gut wie schon lange nicht mehr.

Vergangenes Jahr erzielte das Blatt den höchsten Gewinn seiner Geschichte. Dieses Jahr könnte sich das Ergebnis wiederholen. Die Redaktion wartet mit 700 Redaktoren und rund 100 Online-Redaktoren auf. «Wir haben mehr Anzeigen denn je», erklärt Bild-Sprecher Tobias Fröhlich gegenüber der Zeitung Sonntag. Aldi, Lidl und Media-Markt «ballern das Blatt voll», wird ein Redaktor zitiert. Davon kann hierzulande der Blick, die einstige Cash Cow von Ringier, nur träumen. Was ist also das Geheimrezept des Springer-Verlags? Einerseits hat der Konzern dafür gesorgt, dass die Zeitung auf dem Markt keine Konkurrenz durch Gratiszeitungen bekommt. Andererseits blieb die Bild Zeitung dem publizistischen Kurs seit jeher treu. Der Leser weiss stets, womit er bei «seiner» Zeitung zu rechnen hat: Sex-und-Crime-Geschichten, die Berichterstattung jeweils aus der konservativ-wirtschaftsliberalen Perspektive. Auch die lokalen Nachrichten kommen dabei nicht zu kurz. Ab und zu schafft es auch eine Politikstory auf die Frontseite. Da springt zwar jeweils der eine oder andere Leser ab – die Auflage liegt durchschnittlich um 100’000 Exemplare tiefer – durch diese Strategie konnte sich das Blatt jedoch zur meistzitierten Zeitung Deutschlands mausern.

More articles on the topic