Zu guter Letzt: Entertainment-Kreuzzug gegen die Religionen
Viele Amerikaner informieren sich über das Weltgeschehen nur in Form von Late Night Shows. Mag sein, dass die Sendungen von Jon Stewart oder Bill Maher eine sehr einseitige und verfälschte Version der aktuellen Geschehnisse wiedergeben – sie scheuen sich jedenfalls nicht die wirklich heissen Eisen in die Hand zu nehmen.
Viele Amerikaner informieren sich über das Weltgeschehen nur in Form von Late Night Shows. Mag sein, dass die Sendungen von Jon Stewart («The Daily Show») oder Bill Maher eine sehr einseitige und verfälschte Version der aktuellen Geschehnisse wiedergeben – jedenfalls bieten sie Unterhaltung wie sie auch die guten europäischen Spättalker noch immer nicht zu machen verstanden haben. Und sie scheuen sich nicht die wirklich heissen Eisen in die Hand zu nehmen. Ein Ebensolches hat der 52-jährige Maher dieses Jahr auch ins Kino getragen. Der Moderator der Sendung «Real Time with Bill Maher» auf dem beliebten Pay-TV-Sender HBO schwingt sich mit seinem Film «Religulous» gerade zum neuen Michael Moore auf. Mit seinem religionskritischen Streifen, der unter der Prämisse steht, dass Religionen dumm und unnütz seien, löst derzeit grossen Wirbel aus. «Das Thema ist in den USA im Grunde tabu. Ich wollte Vertretern verschiedener religiöser Gruppen Fragen stellen, die normalerweise niemand stellt», sagte er gegenüber dem Tages-Anzeiger, der vor kurzem ein längeres Interview mit Maher abdruckte. Auch in seiner Sendung stellt er die Fragen immer wieder: Am letzten Freitag versuchte er Rapstar und Unternehmer Sean «Diddy» Combs mit der Frage, ob er denn Jesus wirklich alles zu verdanken hätte, in Verlegenheit zu bringen. Er kann’s nicht lassen.
