Zu guter Letzt: Eine Stilikone, die nicht altert
Eigentlich gibt es aufgrund ihrer einzigartigen Erscheinung und ihrer tollen Musik immer einen Anlass über die Sängerin Grace Jones zu schreiben. Derzeit drängt sich eine Erwähnung der grossen Stilikone – inzwischen stolze 60 Jahre alt – jedoch geradezu auf.
Eigentlich gibt es aufgrund ihrer einzigartigen Erscheinung und ihrer tollen Musik immer einen Anlass über die Sängerin Grace Jones zu schreiben. Derzeit drängt sich eine Erwähnung der grossen Stilikone – inzwischen stolze 60 Jahre alt – jedoch geradezu auf. Nicht nur hat die Jamaikanerin soeben ihr erstes Album seit 19 Jahren veröffentlicht, auch James Bond, der ihrem Auftritt in «Im Angesicht des Todes» einige der denkwürdigsten Szenen seiner langen Lebensgeschichte verdankt, zieht derzeit wieder öffentlich um die Häuser und regt damit zur allseitigen Rekapitulierung seiner bisherigen Abenteuer an. Abenteuer, welche die in London lebende Sängerin locker überbieten kann: In der Oktober-Ausgabe der deutschen Musikzeitschrift Spex war nachzulesen, wie sie lästige Fans wie die ebenfalls sehr modeinteressierte Roisin Murphy aus ihrem Hotel zu verbannen liess oder sich – bei mangelndem Interesse ihres Umfelds – plötzlich zu hysterischen Tanzeinlagen oder Eskapaden genötigt sah. Wie viel davon auf echten Wahnsinn oder auf theatralische Gelüste zurückzuführen ist, bleibt – wie bei jedem echten Star – im Dunkeln. Am Besten gefallen hat uns jene Geschichte über die ersten Aufnahmen mit den legendären Reggae-Produzenten Sly & Robbie in einem Studio auf Barabados: Der Chef ihres Labels pinnte den Musikern wortlos ein Poster der unterkühlten Grace an die Wand. Das musste zur Vorbereitung auf die Studiosessions reichen. Nie waren Musik und Bild so clever abgestimmt wie bei Grace Jones. Schön, dass sie wieder da ist.

Die Kopie: «Grace Jones», 2002, von Guðrún Benónýsdóttir

Das Original: Grace Jones auf dem Cover ihres Albums «Island Life» (1985)

Und so ging’s: Manuelle Retusche mittels Schere
