Zu guter Letzt: Doppelviral à la Migros

Die Migros zeigt, wie man nicht nur die Informationsverbreitung über eigene Produkte dem Publikum übergibt, sondern es auch noch einen Teil der Arbeit am Produkt machen lässt.

 
Im Mai erst hatte die Migros im Zuge des Discounter-Preiskampfs bekannt gegeben, dass 302 Artikel des täglichen Bedarfs nirgends billiger zu haben sind als im eigenen Sortiment. Um dieses Preisversprechen zu halten, hat sie nun die Käufer aufgerufen, sozusagen als Wächter zu fungieren und bei vergleichbaren, jedoch billigeren Artikeln in anderen Läden die Migros zu benachrichtigen (siehe: ). Als grosszügiges Geschenk erhält denn auch jeder, der eine verwertbare Meldung dieser Art an den Orangen Riesen liefern kann, die sagenhafte Summe von – zehn Franken. Dabei erinnert man sich nicht nur mit Wehmut an die Zeiten, in denen man beim Fund eines abgelaufenen Yoghurts den ganzen Einkaufswagen mit Futter füllen und gratis mit nach Hause nehmen konnte. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, wie die Migros die eigene Arbeit in die Kundschaft auslagert, und zwar mit Bestimmtheit just an jene, welche sie mit ihrem Versprechen der billigen Produkte in den Laden locken wollte. Hier wird also nicht nur die Information gratis durchs Publikum verbreitet, es leistet auch noch einen Teil der Arbeit ans Produkt. Dagegen sind virale Kampagnen, bei denen nur die Information gratis weiterverbreitet wird, geradezu primitiv.

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