Zu guter Letzt: Die Herrschaft der Glotze

Gott schuf die Welt, der Mensch schuf den Fernseher. Und da blieb er auch stecken. Während Grossmama die Treppe hinunter stürzt, vergiesst Scarlett Johansson eine Träne: Klar, dass Omi auf das Happy End warten muss bis man auf die Idee kommt, ihr einen Krankenwagen zu rufen.

Gott schuf die Welt, der Mensch schuf den Fernseher. Und da blieb er auch hängen. Während Grossmama die Treppe hinunter stürzt, vergiesst Scarlett Johansson eine Träne: Klar, dass Omi auf das Happy End warten muss bis man auf die Idee kommt, ihr einen Krankenwagen zu rufen.Ich schaue fern, also bin ich. Werden mir die Glotze, die Spielkonsole und der Computer weggenommen, bin ich ganz anders, so der Befund der britischen BBC. In der Tat wurden zwei Dutzend 7- und 8-Jährige diesem Härttest unterzogen und siehe da: plötzlich erledigten sie ihre Hausaufgaben mit grossem Enthusiasmus, sie waren ausgeschlafener, Brettspiele waren im Familienkreis plötzlich der Hit und das gute alte Radio erlebte ein dröhnendes Comeback.
Ach wie schön es doch ist, wenn man zu den wahren Werten zurückkehrt. Beim Kochen trällert Mami ein schönes Lied, Papi raucht seine Pfeife während er die Zeitung liest und die Kinder malen Bilder für Omi, die gerade vom Jüngsten die Treppe hinunter begleitet wurde. Und ich wünsche mir meinen heiss geliebten Fernseher sehnlichst zurück. Denn es liegt nicht an der Glotze, sondern an den Glotzenden. Wer sich geistig ernährt und nicht auf virtuelle Unterhaltung verzichten will, hat bereits gemerkt, dass sich Omis Sicht verschlechtert hat; umfassend informiert hat er ihr also eine Brille ausgesucht, damit sie die Treppenstufen sieht.

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