Zu guter Letzt: Die Hand, die Heiri einst fütterte
Seit Juni ist die Schweizer Fernsehlandschaft um eine krawattierte Gestalt ärmer. Heiri Müller, von vielen als «Mister Tagesschau» bezeichnet, musste sich altershalber von seinem gut bezahlten Sprecherposten beim Schweizer Fernsehen verabschieden.
Seit Juni ist die Schweizer Fernsehlandschaft um eine krawattierte Gestalt ärmer. Heiri Müller, von vielen als «Mister Tagesschau» bezeichnet, musste sich altershalber von seinem gut bezahlten Sprecherposten beim Schweizer Fernsehen verabschieden. Mit 61 wird man im Leutschenbach ausgemustert. Laut eigener Aussage, macht dies Müller aber überhaupt nichts aus. Schliesslich steht er noch immer fast allabendlich im – zugegebenermassen etwas weniger gleissenden – Scheinwerferlicht. Seit seinem Abgang versucht Müller den Verlust an Aufmerksamkeit nämlich als Wanderbarde zu kompensieren und verliest nun beim Tingeln durch die Schweiz singend persönliche Meldungen. Wirklich zu klappen, scheint das mit der Kompensation allerdings nicht: «Vieles kommt mir heute aufgesetzt vor, sogar die Gestik», stänkert Nachrichten-Heiri in der aktuellen Ausgabe der Fernseh-Zeitschrift «TV Star». Er, der laut bestens unterrichteten Kreisen all seine Sendungen zur eingehenden Analyse zuhause aufzeichnete, beanstandete weiter, dass der Persönlichkeit des Moderators zu wenig Rechnung getragen werde. Müllers eigene Persönlichkeit steht – vielleicht auch deshalb – aber nicht mehr zur Verfügung. «Mein Abgang ist unwiderruflich», betonte er abschliessend. So werden wir leider nie erfahren, ob uns an Müller nicht ein zweiter Kurt Felix verloren gegangen ist.
