Zu guter Letzt: Der Umsatz bestimmt die Nähe zu Gott
Ein etwas absurdes Lehrstück darüber, wie man in seinem Unternehmen die Konkurrenzsituation anheizt, liefert derzeit die deutsche Springer-Gruppe. Beim anstehenden Umzug der Bild-Redaktionen von Hamburg ins Springer-Hochhaus in Berlin – derzeit nur Domizil von Welt und Berliner Morgenpost – ist ein belustigender Kampf um die Belegung entbrannt.
Ein etwas absurdes Lehrstück darüber, wie man in seinem Unternehmen die Konkurrenzsituation anheizt, liefert derzeit die deutsche Springer-Gruppe. Beim anstehenden Umzug der Bild-Redaktionen von Hamburg ins Springer-Hochhaus in Berlin – derzeit nur Domizil von Welt und Berliner Morgenpost – ist ein belustigender Kampf um die Belegung entstanden. Wobei, eigentlich hat sich der Kampf zwischen der blauen Welt-Gruppe und der roten Bild-Gruppe schon aus der Ferne entschieden. Die Chefredaktion der Bild-Zeitung um Kai Diekmann wird demnach im Frühjahr in den 16. Stock des Hochhauses einziehen. Dafür muss Christoph Keese, Chefredakteur von Welt am Sonntag, Welt Online und Sprecher der gesamten Gruppe aus Welt und Berliner Morgenpost, in den 14. Stock umsiedeln. Auch der neue Newsroom der Welt-Blätter muss der roten Fraktion weichen: Im 15. Stock macht sich bald die Mannschaft von Bild am Sonntag breit. Die Blauen müssen ihre News im erniedrigend tief gelegenen 14. Stock aufbereiten. Natürlich ist das alles längst kein Zufall. «Wer mehr Geld bringt, darf auch weiter oben sitzen», lässt der in der göttlichen Höhe des 18. Stocks angesiedelte Vorstand verlauten und verschärft damit die Rivalität zwischen der profitablen Bild- und der defizitären Welt-Gruppe. Irgendwie entwickelt man starkes Mitleid mit den Mitarbeitern im Parterre.
