Zu guter Letzt: Der Seelenklempner im Internet

Die Psychotherapie entdeckt das Internet. Wenn das Sigmund Freud wüsste! Eine unmittelbarer Kontakt zwischen Therapeut und Patient scheint heutzutage überflüssig. Depressionen, Ängste oder Traumata lassen sich auch bequem von zu Hause aus bewältigen.

Die Psychotherapie geht online. Offenbar ist ein unmittelbarer Kontakt zwischen Psychotherapeut und Patient nicht mehr in jedem Fall nötig, um Therapieerfolge zu erzielen. Die Föderation Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP) bietet deshalb ab sofort Therapien auf einer Internetplattform an. Wissenschaftliche Studien belegten eine vergleichbare Wirksamkeit von Psychotherapien online im Vergleich zu einer Beratung vor Ort, wird der Entscheid begründet. Und: Die Onlinetherapie soll offenbar nicht nur – wie man vielleicht vermutet hätte – bei kleinere Leiden wirken. Sogar Depressionen, Ängste oder Traumata liessen sich im virtuellen Praxisraum ebenso gut behandeln wie in einer herkömmlichen Sitzung. Klare Vorteile: Die Therapie ist kostengünstig und der Patient muss nicht mehr Qualen erleiden, wenn er dem Therapeuten sein Herz ausschüttet. Die Anamnese verläuft unkompliziert über ein Informationsformular. Wie es mit dem Aufbau von Vertrauen, Übertragungen oder Gegenübertragung im Netz aussieht, dürfte weniger klar sein. Therapeut und Patient werden sich hoffentlich auf einer anderen Ebene treffen, das Unbewusste wird es schon irgendwie richten.

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