Zu guter Letzt: Der Papiertiger und die Innovation
Es hat es nicht leicht, unser öffentlich-rechtliches Schweizer Fernsehen. Alles ist im Wandel, Gesellschaft, Technologie, Publikum, Ansprüche und Werte. Doch nun hat SF zum Gegenschlag ausgeholt und nagelt im neuen 60-seitigen Leitbild seine Wirklichkeit fest.
Es hat es nicht leicht, unser öffentlich-rechtliches Schweizer Fernsehen. Schwer drückt seit jeher die gesetzliche Auflage des Service public. Und weil da jeder etwas anderes darunter versteht, wird aus jeder Ecke scharf geschossen. Und nun kommt auch noch der gesellschaftliche und technologische Wandel hinzu. Und die Globalisierung. Und das neue RTVG. Verständlich, dass das arme Fernsehen reagiert wie ein Tiger im Käfig, wenn er sich in die Enge getrieben fühlt. Es wehrt sich – und seine Krallen sind die Wörter. Das neue Leitbild geriet denn auch ansehnliche 60 Seiten dick. «Das neue Leid-Bild» titelte gleich Facts und resümierte, dass viel Papier die SF-Mitarbeiter auf den richtigen Weg bringen soll. Heraus kamen beispielsweise die Werte «Unabhängigkeit, Fairness, Innovation, Verlässlichkeit, Publikumsnähe». Und Sätze wie: «Wir stehen im Dienst der Öffentlichkeit». Da merkt man doch gleich, dass sich 40 Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Wirtschaft drei Tage im Hotel Feusisberg zusammensetzten und «viele Impulse» gaben.
Besonders interessant liest sich auch die Rubrik «Unser Handeln». «Wir lassen uns nicht vom technisch Machbaren leiten», heisst es da, «sondern richten uns nach den Bedürfnissen des Publikums». Brisant dabei: Was die Zuschauerinnen und Zuschauer wollen, ist auch gleich ins Leitbild mit reingeschrieben. «Sie wünschen, dass wir unser Programmangebot stärker auf ihre individuellen Bedürfnisse ausrichten. Sie wollen es jederzeit und überall nutzen können.» Verdächtig, wie das nach einem Freipass für das technisch Machbare tönt. Aber eben: Den schwarzen Peter, den hat das Publikum und das SF ist bloss der ergebene Diener.
Besonders interessant liest sich auch die Rubrik «Unser Handeln». «Wir lassen uns nicht vom technisch Machbaren leiten», heisst es da, «sondern richten uns nach den Bedürfnissen des Publikums». Brisant dabei: Was die Zuschauerinnen und Zuschauer wollen, ist auch gleich ins Leitbild mit reingeschrieben. «Sie wünschen, dass wir unser Programmangebot stärker auf ihre individuellen Bedürfnisse ausrichten. Sie wollen es jederzeit und überall nutzen können.» Verdächtig, wie das nach einem Freipass für das technisch Machbare tönt. Aber eben: Den schwarzen Peter, den hat das Publikum und das SF ist bloss der ergebene Diener.
