Zu guter Letzt: Der Gang nach Washington
Vor bald tausend Jahren überquerte Heinrich IV. auf seinem Bittgang nach Canossa unter Lebensgefahr die Alpen. Letzte Woche fuhren die CEOs der «Big Three» – Chrysler, Ford und General Motors – auf ihrer Betteltour um Staatshilfe mit dem Kleinwagen von Detroit nach Washington. Eine gelungene Neuauflage eines alten Themas.
Der Gang nach Canossa hat eine Neuauflage erfahren. Doch anders als der vom päpstlichen Bannstrahl getroffene Kaiser Heinrich IV., der 1077 barfuss und im Büsserhemd vor der Burg des Papstes herumdruckste und auf seine Rehabilitation hoffte, fuhren die Protagonisten des jüngst bekannt gewordenen Bittgangs mit dem Auto. Die Rede ist von Robert Nardelli, Alan Mulally und Richard Wagoner, den Geschäftsführern der «Big Three» der amerikanischen Autoindustrie: Chrysler, Ford und General Motors. Sie fuhren von Detroit nach Washington, um den Kongress um insgesamt 34 Milliarden Dollar für ihre Unternehmen zu bitten. Ohne die Steuergelder dürften die drei Autohersteller, an denen allein in den USA etwa drei Millionen Existenzen hängen, die Finanzkrise nicht überleben.
Die Idee mit der Autofahrt letzte Woche kam den CEOs allerdings erst, als sie an die zweite Anhörung reisen mussten. Bei der ersten vor zwei Wochen nahmen sie den Privatjet der Firma, ein kleiner Luxus, der die vor dem Bankrott stehenden Unternehmen zirka 20’000 Dollar kostete. Ein Flug erster Klasse wäre für 800 Dollar zu haben gewesen. Das kam bei der amerikanischen Presse nicht gerade gut an, worauf die drei CEOs für die nächste Fahrt nicht nur das Auto nahmen, sondern sich auch noch alle Boni strichen und ihre Jahresgehälter auf einen Dollar reduzierten (worauf sich das Wall Street Journal sofort fragte, was man sich mit einem Dollar denn so alles kaufen kann). Die demonstrative Bescheidenheit der drei Topmanager reichte gar so weit, dass sie teilweise in Kleinwagen aufkreuzten, ohne Chauffeur fuhren, in Imbissbuden assen und öffentliche WCs benutzten. Die symbolischen Handlungen dürften ihre Wirkung nicht verfehlen, beim Senat kam die Botschaft jedenfalls an. Heinrich IV. hat würdige Nachahmer gefunden.
Die Idee mit der Autofahrt letzte Woche kam den CEOs allerdings erst, als sie an die zweite Anhörung reisen mussten. Bei der ersten vor zwei Wochen nahmen sie den Privatjet der Firma, ein kleiner Luxus, der die vor dem Bankrott stehenden Unternehmen zirka 20’000 Dollar kostete. Ein Flug erster Klasse wäre für 800 Dollar zu haben gewesen. Das kam bei der amerikanischen Presse nicht gerade gut an, worauf die drei CEOs für die nächste Fahrt nicht nur das Auto nahmen, sondern sich auch noch alle Boni strichen und ihre Jahresgehälter auf einen Dollar reduzierten (worauf sich das Wall Street Journal sofort fragte, was man sich mit einem Dollar denn so alles kaufen kann). Die demonstrative Bescheidenheit der drei Topmanager reichte gar so weit, dass sie teilweise in Kleinwagen aufkreuzten, ohne Chauffeur fuhren, in Imbissbuden assen und öffentliche WCs benutzten. Die symbolischen Handlungen dürften ihre Wirkung nicht verfehlen, beim Senat kam die Botschaft jedenfalls an. Heinrich IV. hat würdige Nachahmer gefunden.
