Zu guter Letzt: Das intime Verhältnis zwischen Frucht und Mensch
Endlich zeigt ein Film, wie Werbung wirklich entsteht. Ob das noch Satire ist, müssen Sie selbst entscheiden. Grossartig!
Matthias Thönnissens Mockumentary «Twinfruit – Die Dose muss menschlich werden» wirft laut ZDF «einen satirisch entlarvenden Blick hinter die Kulissen der Werbung und porträtiert eine Branche, deren Hauptgeschäft das Blenden und Verführen ist.» Ein «Mockumentary» ist ein fiktionaler Dokumentarfilm, eine Genreparodie. Man wird – als Aussenstehender mit einer gewissen Nähe zur Materie – den Verdacht nicht los, dass die Grenze zwischen Satire und Realität manchmal fliessender sind, als einem vielleicht lieb wäre. Unter dem Strich ist der Film aber ganz einfach ein 70-minütiger, bitterböser – und äusserst lustiger Seitenhieb auf eine Branche, die sich selbst gerne etwas zu ernst nimmt. Der Film zeigt dokumentarisch die Geschichte einer Kampagne für eine Konservendose – von der Konzeption bis zur TV-Ausstrahlung. «Ziel der Kommunikationsmassnahme ist es dabei, das intime Verhältnis zwischen Frucht und Mensch in einen lebendigen Kontext zu stellen und dabei Dosenobst als problemlösenden Begleiter im Alltag zu platzieren», so das Briefing. Daraus die «grösste Kampagne im Bereich Food-Konserven, die Deutschland je gesehen hat».


Falls Sie die Zeit finden, sollten sie. Denn der Film ist schlichtweg grossartig. Er kann in der ZDF-Mediathek in den nächsten drei Monaten angeschaut werden (die zwei Ausstrahlungstermine im TV haben wir leider knapp verpasst). Unten der Trailer. (hae)

