Zu guter Letzt: Das Bundesheer und seine sexy Marketingstrategie

Ein glatzköpfiger Machotyp lehnt sich lässig an seinen Sportflitzer und wird dabei von vier Mädchen umschwärmt. Dann fährt ein Panzer vor. Ein Soldat steigt aus, fährt mit der Hand über das Geschütz und fragt: «Na Mädels, Lust auf ‘ne Spritztour?»

Dies lassen sich die feschen Mädels nicht zweimal sagen und rennen dem Panzer hinterher – der Sportwagen inklusive Besitzer ist von einer Sekunde auf die andere vergessen. Soweit die grobe Zusammenfassung eines Spots des österreichischen Bundesheers, der mit dem Satz «Das österreichische Bundesheer bietet einmalige Chancen für die Jugend ab 18. Alles andere ist Alltag.» endet.
Das Bundesheer findet den Spot ganz in Ordnung: «Unser Clip ist so deppert, dass er schon wieder genial ist», so Oberst Johann Millonig im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung. Keine Frage, einen gewissen Unterhaltungswert ist dem Spot nicht abzusprechen. Und lustig ist er irgendwie auch. Manche behaupten jedoch, er sei sexistisch. Und wegen dieser bösen Zungen hat Österreichs Verteidigungsminister das Filmchen von der offiziellen Website des Heeres entfernen lassen. Auch in österreichischen Medien wird es nicht mehr geschaltet. Das Bundesheer wolle im Rahmen seiner Infokampagne keine Gefühle verletzen, so die Begründung für den Rückzug.
Als Vorbild für den Spot soll übrigens ein Video des ukrainischen Bundesheers gedient haben. Dieses wurde allerdings mit ausgebildeten Schauspielern, professioneller Kameraführung und einer gesunden Portion Selbstironie gedreht. Das Verteidigungsministerium gab an, den ukrainischen Spot nicht zu kennen. Und das, obwohl sich Marketingstrategen der Nato-Mitgliedstaaten regelmässig austauschen sollen.

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