Zu guter Letzt: Cavelty vs. Esteriore

Kaum von der Weltwoche zum Blick gewechselt, muss Gesellschaftsreporter Gion Mathias Cavelty schon um seine Männlichkeit fürchten: Ein vor Wut kochender Ex-Music Star Piero Esteriore fühlt sich vom Journalist in seiner Ehre beleidigt.

Kaum von der Weltwoche zum Blick gewechselt, muss Gesellschaftsreporter Gion Mathias Cavelty schon um seine Männlichkeit fürchten: Ein vor Wut kochender Piero Esteriore lenkte am Donnerstagmittag seinen schwarzen Mercedes mit aller Wucht in den Eingangsbereich der Ringier-Glasfront. Laut Medienberichten soll er dann mit der aktuellen Ausgabe des Blick herumgefuchtelt und geschrieen haben: «Dem, der das geschrieben hat, reisse ich die Eier ab!» – Kein Zweifel, damit war Cavelty gemeint.Dieser hatte in einem für Cavelty-Verhältnisse eher mässig lustigen Text über Esteriores runden Geburtstag berichtet. «Fast alle Eingeladenen tragen schwarz. Doch was wirkt wie eine Mafia-Beerdigung, ist in Wirklichkeit die Geburtstagsfeier von Piero Esteriore (30)», begann der Text. Anscheinend ist dem Sänger besonders der Vergleich mit der Mafia sauer aufgestossen. «Pieros Geburtstag war ein schönes Fest im Kreise seiner Familie und mit vielen Promis. Das kann man nicht mit der Mafia in Verbindung bringen. Was Herr Cavelty geschrieben hat, geht schon etwas weit», erklärte Claude Bravi von Esteriores Plattenfirma Musikvertrieb. Gleichzeitig dementierte er Gerüchte, wonach der tätliche Übergriff auf Ringier-Eigentum inszeniert gewesen sei.
Schnell reagierte die Blick-Onlineredaktion: Sofort war ein Blick-Mitarbeiter mit Kamera zur Stelle. Bereits kurze Zeit später landete das Filmchen auf der Website. Allerdings waren die Ringier-Server dem grossen Ansturm vorerst kaum gewachsen. Durch die Zuschaltung eines Notservers konnte das einminütige Filmchen im Laufe des Nachmittags dann wieder gezeigt werden.
Die übrigen Medien reagierten erst sehr misstrauisch und abwartend auf die Meldung. Wahrscheinlich vermuteten viele dahinter eine raffiniert eingefädelte Werbeaktion. Absurd war die ganze Sache allemal: Nachdem Esteriore die gläserne Eingangstüre zu Schrott gefahren hatte, schimpfte er angeblich erst wie ein Rohrspatz, unterhielt sich dann mit Vertretern des Blick und öffnete dann den Kofferaum seines nur leicht ramponierten Fahrzeugs, um Dutzende Exemplare seiner CD «Io vivo» vor den Eingangsbereich zu kippen. Dann liess er sich ohne Gegenwehr von der Polizei festnehmen. «Lui vive» – er lebt – aber was für ein tragisches Leben.
Verschiedene Blick-Online-User zweifelten die Authentizität der Aktion allerdings an: «Also ich arbeite gleich gegenüber und habe die ganze Sache beobachtet. Das ist alles gespielt», schrieb beispielsweise Danny aus Zürich. Bei Redaktionsschluss befand sich Esteriore immer noch in Haft.

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