Zu guter Letzt: Billiger als die Polizei erlaubt

Die Genfer Polizei hat für 10'000 Franken Polizei-T-Shirts und Caps mit dem Euro-Logo der Uefa bedrucken lassen. Nun wurde sie von der Markeninhaberin Uefa dazu verknurrt, die T-Shirts gratis abzugeben.

 
Als jüngstes Opfer der rigiden Markenschutzpolitik der Uefa sowie – man muss es sagen – auch als Opfer ihrer eigenen Ignoranz hat sich soeben die Genfer Polizei herausgestellt. Offenbar euphorisiert von der bevorstehenden EM hat sie 500 Polizei-T-Shirts und 300 Polizei-Caps mit dem Euro-Logo der Uefa bedrucken lassen. Dass man damit auf dem Schlachtfeld des Markenschutzes zwangsläufig in die erstbeste Tretmine läuft, war offenbar weder dem  Lieferanten noch der Polizei vorerst klar. Den Fauxpas entdeckte erst die polizeieigene Abteilung für Markenfälschung. «Wir haben darauf das Projekt sofort gestoppt», bestätigte ein Polizeisprecher einen Bericht der Tageszeitung Tribune de Genève. Als Entschuldigung führten die Genfer an, der Lieferant hätte bislang das volle Vertrauen der Polizei genossen. Im vorliegenden Fall habe er aber keine Einwilligung der Uefa eingeholt. Die Polizei sei hingegen davon ausgegangen, dass alles in Ordnung sei, sagte der Sprecher.
Die T-Shirts, die in erster Linie für das Genfer Polizeicorps aber auch für den Verkauf gedacht waren, werden nun nicht verkauft. Die Uefa hat überraschenderweise keine Vernichtung der 10’000 Franken teuren Textilien verlangt. Sie werden nun im Rahmen von Werbe-Veranstaltungen der Polizei einfach gratis verteilt. Diese Episode hat etwas Schönes, denn sie illustriert, dass doch eigentlich alles in Ordnung ist. In der Nähe der Uefa verdunsten die Steuergelder und die Sache ist, äh, billiger als die Polizei erlaubt.
 

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