Zu guter Letzt: Auf der Flucht
Es könnte auch hier sein. Die Londoner Agentur Don't Panic führt die preisgekrönte Kampagne mit dem Mädchen, das in englische Kriegswirren gerät, weiter.
Im Frühjahr 2014 ging es darum, die Menschen daran zu erinnern, dass in Syrien seit drei Jahren Krieg herrscht. Und viele Leute Hilfe benötigen. Damals war das Thema in der westlichen Agenda mehr oder wenig inexistent – erst Flüchlingsströme und Berichte über IS-Gräueltaten haben wachgerüttelt. Das im «Zu guter Letzt» vom 6. März 2014 vorgestellte Viral-Video wurde bis heute über 53 Millionen mal auf Youtube angeklickt und hat – nebst zahlreichen Awards – auch Gold in Cannes gewonnen.
Jetzt doppelt die Agentur Don't Panic nach. Erneut mit dem umwerfenden Stilmittel des «Second-a-Day»-Videos. Das Mädchen, mit dem man im ersten Video den Kriegsausbruch in England erlebt hat, ist zwar zwei Jahre älter, verbessert hat sich die Lage aber nicht. Die Flucht per Schlauchboot über den Kanal nach Frankreich ist dramatisch und bedrückend. Und am Ende bleibt wieder die Erkenntnis, dass das, was absurd scheint, eigentlich gar nicht absurd – sondern unweit von hier Realität ist. Oder frei nach Walker: «Es passiert nicht hier, aber jetzt». (hae)
