Zu guter Letzt: Anarchy in the Brieftasche
Die Sex Pistols gibt es nun als Kreditkarte. Das mag etwas gewöhnungsbedürftig erscheinen, aber Virgin machts möglich.
Sie waren einst der Inbegriff für Gesellschafts- und Konsumkritik, sangen auf ihrer 1977 erschienen Single «Anarchy in the UK» spöttisch «Your future dream is a shopping scheme». Knapp 40 Jahre später ist die Mutter aller Punk-Bands selbst auf dem Konsum-Symbol schlechthin verewigt. Und lässt sich diesen Spass vermutlich gut bezahlen. Verantwortlich für die Aktion ist Virgin. Damals die Plattenfirma, mit der die Band den ersten Plattenvertrag abgeschlossen hat. Heute ein Konzern, der nebst Musik unter anderem auch noch Getränke, Flugzeuge, Mobilfunk, Bücher, Heissluftballone, Fitnessstudios, Taxis, Online-Casinos, Hotels, Kleider, Limousinen, Stammzellen, Weltraumflüge – und eben Kreditkarten (Virgin Money) bewirtschaftet.

«Time for consumers to put a little bit of rebellion in their pocket», so Michele Green, der Chef der Virgin-Karten, gegenüber The Guardian… «The Sex Pistols challenged convention and the established ways of thinking – just as we are doing today in our quest to shake up UK banking». Alles klar. Und überhaupt: Das Kredit-Prinzip scheint Sex-Pistols-Frontman John Lydon (ehemals Johnny Rotten) zu gefallen. So riet er einst: «Move to Italy,. They know about living in debt; they don’t care … Nice cars. Sharp suits. Great food. Stroll into work at 10. Lunch from 12 till three. Leave work at five. That’s living!» Wir nehmen es uns zu Herzen – und bezahlen mit der Sex-Pistols-Kreditkarte. (hae)
