Zu guter Letzt: «Alpenfestung» kämpft mit Problemen

Noch vor dem Start der SF-Sendung «Alpenfestung – Leben im Réduit» bahnen sich erste Schwierigkeiten an. Der Kommandant der 25-köpfigen Truppe ist abgesprungen. Zudem ist das Konzept, das sich in den USA reger Beliebtheit erfreut, in der Schweiz alles andere als unumstritten.

Noch ehe die Teilnehmer der SF-Doku-Soap «Alpenfestung – Leben im Réduit» die Festung gestürmt haben, bahnen sich erste Konflikte an. Der Kommandant der 25-köpfigen Truppe ist abgesprungen. Deshalb muss nun ein neuer Kopf für das Living-History-Projekt gefunden werden, bei dem die Teilnehmer Ende Juli in die Festung Fürigen einziehen und so hausen wie zu Zeiten des Zeiten Weltkriegs.
Dies sind aber bei weitem nicht alle Probleme, welche das Schweizer Fernsehen zu bewältigen hat. Während sich das «Reenactment» in den USA reger Beliebtheit erfreut – es werden beispielsweise Schlachten aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg oder auch Episoden aus dem Zweiten Weltkrieg nachgestellt – ist das Konzept hierzulande umstritten. Es gehe um Alltagsprobleme und nicht um Kriegshandlungen, versichert Produktionsleiter Bruno Zus der NZZ am Sonntag. Im Zentrum des Interesses steht also, ob die Unterhosen und Uniformen von anno dazumal gekratzt haben oder nicht, wie das Essen geschmeckt hat und wie ein Bunker betrieben wurde. Nicht ganz so unproblematisch sieht dies der Historiker Jakob Tanner. Er findet die Unterhaltungsshow fragwürdig und eine «Banalisierung eines hoch problematischen Themas». Auch Geschichtsprofessor Jean-François Bergier, Präsident der Expertenkommission «Schweiz – Zweiter Weltkrieg», findet das Projekt «absurd». Die Menschen heute hätten völlig andere Vorstellungen und Ängste. Gefühle von damals liessen sich nicht wiederholen. Wie die Bunkerbewohner die drei Wochen überstehen und welche Emotionen sie dabei zeigen, kann ab dem 27. Juli am Bildschirm mitverfolgt werden.

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