Zu guter Letzt: Ab ins Kittchen
Um potentielle Sextouristen abzuschrecken, «enterte» eine NPO in Costa Rica Airbnb und erfand «Jailbnb». Die Guerilla-Aktion dauerte nicht lange, sorgte aber für Aufsehen.
50'000 Sextouristen besuchen jährlich Costa Rica. Prostitution wäre im zentralamerikanischen Staat eigentlich legal. Viele der ungebetenen Besucher suchen aber bewusst minderjährige Prostituierte auf. Dafür kann man in Costa Rica problemlos lebenslänglich hinter Gitter wandern. Eine Tatsache, die potentiellen Sextouristen bewusst sein – und am besten gleich von der geplanten Unsäglichkeit abhalten sollte. Leo Burnett Costa Rica hat sich für die Fundacion Rahab deshalb eine effiziente Guerilla-Aktion einfallen lassen. Auf der Plattform Airbnb.com hat die Agentur das Gefängnis La Reforma als Unterkunft registriert und beschrieben. Von einem einfachen und isolierten Ort mit 24-Stunden-Überwachung ist die Rede – für Touristen, die bereit seien, ihr Badzimmer mit dutzenden von Menschen zu teilen. «If you are thinking about visiting Costa Rica with the purpose of paying for sex with underage people you could stay in this place for years or forever since this is a felony under Costa Rica’s law», warnt der Text weiter. Glaubt man dem Case-Movie, haben Touristen, welche die unrühmliche Unterkunft von innen kennen, Bewertungen geschrieben.
Der «Spass» dauerte nur kurz: Die nicht-eingeweihte Plattform Airbnb löschte das Gefängnis wenige Tage nach Aufschaltung aus dem Katalog. Die Zeit reichte jedoch, um in den Massen- und sozialen Medien viel Aufmerksamkeit zu erregen – Ziel erreicht. (hae)
