More Nutrition: TV-Kampagne in der Schweiz in zehn Tagen
More Nutrition startete seine erste TV-Kampagne in der Schweiz – realisiert von Goldbach Media, myrga und AEOS in nur zehn Tagen. Die Werbewirkungsstudie belegt: Auch kurzfristig geplante TV-Kampagnen erzielen nachhaltige Markenwirkung.

More Nutrition, ein zur Quality Group gehörender Anbieter von zuckerreduzierten Ernährungsprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln, ist mit einer TV-Kampagne in den Schweizer Markt eingetreten – und das in einer Geschwindigkeit, die das Bild vom schwerfälligen TV-Medium hinterfragt. Die More Nutrition TV-Kampagne wurde gemeinsam mit Goldbach Media, der Mediaagentur myrga und dem Datenspezialisten AEOS innerhalb von nur zehn Tagen realisiert.
Anspruchsvolle Ausgangslage, knappe Zeitfenster
Der Schweizer Markt für Nahrungsersatzprodukte gilt als stark umkämpft. Der geplante Kampagnenstart zu Beginn des Jahres – passend zum Storytelling rund um gute Vorsätze zum Jahresauftakt – liess für Planung und Umsetzung nur wenig Zeit. Das stand im Widerspruch zur verbreiteten Annahme, dass TV-Kampagnen nur Monate im Voraus planbar seien.
Ziel der vierwöchigen Kampagne war es, More Nutrition rasch im Bewusstsein der gesundheitsbewussten Zielgruppe von Frauen zwischen 18 und 49 Jahren zu verankern. Trotz begrenztem Budget gelang es, innert nur zehn Tagen die definierten Leistungsziele zu erreichen.
Datenbasierte Planung und KI als Schlüssel
Geplant und umgesetzt wurde die More Nutrition TV-Kampagne von myrga und AEOS, die mit datenbasierten Planungsansätzen und KI-gestützten Tools die gezielte Aussteuerung und laufende Optimierung sicherstellten. Da ein grosser Teil der relevanten TV-Inventare bereits belegt war, entwickelten die beiden Partner einen kundenindividuellen Lösungsansatz zur Identifizierung zusätzlicher geeigneter TV-Umfelder. In Kombination mit dem Sender-Portfolio von Goldbach Media entstand so eine Kampagne, die Reichweite und Wirkung vereinen soll.
Katharina Pohler, Managing Director bei myrga Media Lab, sagt: «In nur zehn Tagen eine punktgenaue TV-Kampagne zu planen und umzusetzen, war nur möglich, weil alle Partner konsequent datengetrieben und kollaborativ gearbeitet haben. Gemeinsam haben wir gezeigt, dass sich KI-gestützte TV-Planung und kreative Markenführung perfekt ergänzen – mit klar messbarem Markenerfolg für More Nutrition.»
Starke Ergebnisse bestätigen den Ansatz
Die begleitende Werbewirkungsstudie belegt die Wirksamkeit des Vorgehens: Die Kampagne erzielte in der relevanten Zielgruppe eine Reichweite von rund 65 Prozent und übertraf die gesetzten Affinitätsziele deutlich. Gleichzeitig stieg die gestützte Markenbekanntheit signifikant. Auch zentrale Wirkungsindikatoren entwickelten sich positiv: Der Mental Market Share legte deutlich zu, und die Kampagne soll die Präsenz der Marke im relevanten Entscheidungsumfeld nachhaltig gestärkt haben.
Patrycja Nowakowska, General Manager More Nutrition, zieht ein positives Fazit: «Wir waren beeindruckt, wie schnell sich TV heute planen und wirksam einsetzen lässt. Innerhalb kürzester Zeit konnten wir für More Nutrition in der Schweiz relevante Reichweite aufbauen und die Markenbekanntheit messbar stärken. Die Kampagne hat uns gezeigt, dass TV nicht nur ein klassischer Reichweitenkanal ist, sondern auch für schnell wachsende, digital geprägte Marken wie More Nutrition einen klaren Beitrag zu Markenaufbau und Geschäftserfolg leisten kann.»
Ralf Hammerath, CGO bei AEOS, ergänzt: «Die Kampagne für More Nutrition zeigt, welche enormen versteckten Leistungs- und Wirkungspotenziale im klassischen TV entfesselt werden können, wenn echte, granulare Nutzungsdaten, evidenzbasierte KI-Logiken und leistungsstarke Media intelligent miteinander kombiniert werden.»
René Wodrich, Head of Sales bei Goldbach, fasst zusammen: «Gemeinsam mit den beiden Partnern ist es gelungen, innert kurzer Zeit eine Kampagne für diesen TV-Neukunden umzusetzen, die rasch hohe Reichweite aufgebaut und die Marke gezielt im Schweizer Markt positioniert hat. Diese Verbindung aus Tempo, zielgruppenaffiner Reichweite und effizienter, belegbarer Wirkung macht TV nach wie vor unschlagbar.»
Interview: Wir haben bei den Macher:innen nachgefragt
m&k Sie haben für Ihren Schweizer Markteintritt bewusst auf TV gesetzt – eine für eine digital geprägte Marke wie More Nutrition eher unerwartete Wahl. Was hat Sie davon überzeugt, und was würden Sie anderen D2C-Brands empfehlen?
Patrycja Nowakowska, General Manager More Nutrition Für More Nutrition war die Entscheidung für TV ein bewusster strategischer Schritt. Unsere Mission ist es, gesündere Ernährung zu demokratisieren und bessere Ernährung für alle zugänglich zu machen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir Menschen über unsere bestehenden digitalen Zielgruppen hinaus erreichen und eine breitere Mainstream-Zielgruppe ansprechen.
Überzeugt hat uns vor allem die Fähigkeit von TV, signifikante zusätzliche Reichweite zu generieren und Awareness in großem Maßstab aufzubauen. Unsere digitalen und sozialen Kanäle sind zwar sehr effektiv, aber TV ermöglicht es uns, neue Zielgruppen zu erreichen, die online bislang vielleicht noch nicht mit unserer Marke in Berührung gekommen sind. Gerade in einem neuen Markt wie der Schweiz hilft TV außerdem dabei, Glaubwürdigkeit und Vertrauen aufzubauen – beides ist essenziell, wenn man eine noch vergleichsweise neue Marke bei Konsumentinnen und Konsumenten einführt.
Für D2C-Brands geht es heute nicht mehr darum, sich zwischen digitalen und klassischen Kanälen zu entscheiden. Die eigentliche Chance liegt darin, diese strategisch miteinander zu kombinieren. Unsere Empfehlung wäre daher, TV nicht als klassisches Offline-Medium zu betrachten, sondern als starken Verstärker, der Reichweite ausbaut, Vertrauen schafft und langfristiges Markenwachstum unterstützt. In Kombination mit starker digitaler Aktivierung und klarer Erfolgsmessung kann TV eine zentrale Rolle dabei spielen, eine Marke für eine deutlich breitere Zielgruppe relevant zu machen.
Welche konkreten Learnings nehmen Sie aus dieser Kampagne mit? Und würden Sie bei künftigen Markteinführungen wieder auf ein ähnlich kurzes Umsetzungsfenster setzen?
Ein zentrales Learning war, dass Geschwindigkeit und Qualität sich nicht ausschließen müssen, wenn alle Partner eng und lösungsorientiert zusammenarbeiten. Das kurze Umsetzungsfenster erforderte von allen Beteiligten viel Fokus, klare Entscheidungswege und eine hohe Flexibilität – genau das hat in diesem Fall sehr gut funktioniert.
Gleichzeitig hat die Kampagne gezeigt, wie wichtig eine starke Vorbereitung ist: klare Botschaften, ein gutes Verständnis des lokalen Marktes und ein Setup, das TV und digitale Kanäle sinnvoll miteinander verbindet.
Ob wir wieder auf ein ähnlich kurzes Umsetzungsfenster setzen würden, hängt vom jeweiligen Projekt ab. Grundsätzlich ja, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und alle Beteiligten frühzeitig abgestimmt sind. Für komplexere Kampagnen würden wir jedoch immer ausreichend Zeit für Feinjustierung, Testing und lokale Anpassungen einplanen. Entscheidend ist nicht die Kürze des Timings an sich, sondern wie klar Prozesse, Verantwortlichkeiten und Ziele definiert sind.
m&k Datengetrieben, KI-gestützt, kollaborativ – das klingt nach einem klaren Erfolgsprinzip. Wo lagen trotzdem die grössten Herausforderungen bei dieser Kampagne?
Katharina Pohler, Managing Director myrga Media Lab Katharina Pohler: Unser Kunde hat sehr kurzfristig entschieden, TV in der Schweiz zu machen. Da wir eigene Daten auf Basis einer hohen Anzahl Schweizer Haushalte nutzen, haben wir einen sehr detaillierten Einblick, was sich lohnt und welche Planungsregeln beachtet werden müssen, um die Reichweite preiswert zu optimieren. Die größte Herausforderung war es dann, das Media Buying so zu gestalten, dass die Leistung dort eingekauft wurde, wo der traditionell messende Markt „underpriced opportunities“ zurücklässt.
Inwiefern verändert KI-gestützte TV-Planung das klassische Agenturgeschäft – und was bedeutet das für die Zusammenarbeit mit Kunden, die zum ersten Mal TV-Werbung schalten?
Katharina Pohler: KI trifft Entscheidungen auf Basis von Daten. Agnostisch und unbestechlich. Bei uns bekommt der Kunde Lese- und auf Wunsch sogar Planungsrechte. Er kann das gewünschte beste Ergebnis selbst prompten. Ein Tag nach Ausstrahlung weiß er, wie gut das Ergebnis im Vergleich mit Wettbewerbern und dem Gesamtmarkt war.
KI braucht Vertrauen, deshalb gibt es bei uns keine Entscheidungen hinter dem Vorhang. Kunden sind live dabei, und wir halten kein Wissen zurück. Der Kunde loggt sich ein und sieht das, was wir sehen, inklusive aller Fehler, die wir dann gemeinsam korrigieren können. Das passiert nicht jeden Tag, aber sichert das Vertrauen. Wir wissen, wer nicht optimiert, fällt auf, und der Kunde weiß, er kann jederzeit sehen, was wir tun. Vertrauen ist im KI-Zeitalter die stabilste Währung. Deshalb sind wir zu Transparenz quasi „verdammt“. In einer guten Partnerschaft ist dies aber unerlässlich, und das ist auch der Grund, warum Kunden zu uns kommen.
m&k Sie sprechen von «versteckten Leistungspotenzialen» im klassischen TV. Was genau meinen Sie damit – und welche Daten oder Erkenntnisse aus dieser Kampagne haben Sie am meisten überrascht?
Ralf Hammerath, CGO AEOS Wir messen die Haushalte in der Schweiz in einer hohen Marktabdeckung. Das wirkt wie ein Mikroskop verglichen mit panelbasierter TV-Messung. Da sieht man kampagnenspezifische Senderleistungen, die mit herkömmlichen Methoden nicht messbar und erkennbar ist. Daraus ergeben sich effiziente Planungsoptionen, so dass man mit überschaubarem Invest nach Werbedruck und Reichweite in die Top Five kommt. So war das auch bei der More Nutrition Kampagne der Fall, wo im Hinblick auf die Zielgruppe leistungsstarke Sender- und Zeitschienen belegt werden konnten, die sich nicht unbedingt auf den ersten Blick aufgedrängt haben. Wo diese evidenzbasiert zu finden waren, war mitunter durchaus überraschend.
AEOS misst TV-Werbung in Echtzeit auf Basis realer Nutzungsdaten. Wie hat diese Technologie konkret dazu beigetragen, die Kampagne innert zehn Tagen zu einer messbaren Wirkung zu bringen?
Die Rahmenbedingungen der Kampagne waren heraufordernd: Der Schweizer Markt für Nahrungsersatzprodukte ist stark besetzt. Daher war TV das Medium der Wahl zur schnellen Zielgruppen-durchdringung. Für Planung, Set-up und Umsetzung der TV-Kampagne, die pünktlich zum Neujahrstag 2026 starten sollte, stand allerdings nur ein Zeitraum von zehn Tagen zur Verfügung. Und: Der für das Storytelling – gute Vorsätze zum Jahresauftakt – wichtige Kampagnenstartzeitpunkt wies bereits einen hohen Auslastungsgrad der relevanten TV-Inventare aus. Überdies sollte die Kampagne gemeinsam mit dem Kunden definierte Benchmarks mit Blick auf Affinitäten, Reichweiten und XRP (sekundengenauer GRP) erzielen und in der Zielgruppe die bestmögliche Wirkungsbalance zwischen den Kriterien bei maximaler Budgeteffizienz sicherstellen.
Hier hat sich einmal mehr das Zusammenspiel von sekundengenauen Echtzeit-TV-Nutzungsdaten als Planungsgrundlage und KI-basierten Planungs- und Optimierungslogiken für einen optimalen Sender-Zeitschienen-Mix bewährt: Auf der Basis von TV-Nutzungsdaten einer großen Zahl Schweizer Haushalte und mit Hilfe geoveredelter Profile zur Ausbalancierung des Werbedrucks in umsatzrelevanten Regionen (Zielgruppenproxy: urbane Zentren mit hoher Kaufkraft und Gesundheit, Fitness und Leistungsfähigkeit als Lifestyle-Thema) liessen sich schnell und valide die Sender und Zeitschienen ausfindig machen, die entsprechende Zielgruppenaffinitäten und Reichweiten aufwiesen. Die entsprechenden TV-Umfelder wurden mittels eines KI-basierten Planungs- und Optimierungstool von AEOS zu einem ROI-optimierten Schaltplan für die 20-sekündigen TV-Spots zusammengeführt, der exakt auf die genannten Anforderungen ausgerichtet war und während der Kampagnenlaufzeit zielorientierte Kampagnenoptimierungen in kurzen Zyklen ermöglichte.
m&k Zehn Tage von der Anfrage bis zur laufenden TV-Kampagne – was musste intern bei Goldbach passieren, damit das möglich wurde? Und ist das ein Einzelfall oder ein neues Modell?
Hier mussten wirklich alle involvierten Teams perfekt zusammenspielen. Nicht, dass sie das nicht sonst auch tun würden, aber in diesem Fall durfte aufgrund des engen Zeitplans schlicht nichts schiefgehen. Von der Planung über die Einbuchung bis zur Ausstrahlung musste jeder Schritt sitzen.
Grundsätzlich ist eine Umsetzung in diesem Tempo auch bei anderen Kampagnen möglich. Voraussetzung ist allerdings, dass alle Beteiligten eng zusammenarbeiten und Entscheidungen schnell getroffen werden – auf Kundenseite, bei der Agentur und bei uns. Genau das war bei More Nutrition der Fall. Der Kunde hatte klare Vorstellungen, die Agentur arbeitete sehr fokussiert, und gleichzeitig bestand grosses Vertrauen in die Planung und Umsetzung.
Eine häufige Hürde bei kurzfristigen Kampagnen ist zudem die rechtzeitige Fertigstellung des Werbespots. Auch hier hat alles perfekt gepasst: Der Spot wurde termingerecht angeliefert, sodass wir die Kampagne wie geplant starten konnten. Am Ende haben viele Faktoren optimal ineinandergegriffen.
Das Sender-Portfolio von Goldbach war ein entscheidender Hebel, um trotz bereits belegter Inventare noch geeignete TV-Umfelder zu finden. Wie hat das konkret funktioniert – und was war dabei die grösste Herausforderung?
Nach ersten Analysen haben wir gemeinsam mit der Agentur zusätzliche TV-Umfelder identifiziert, die kurzfristig verfügbar waren und gleichzeitig ein hohes Potenzial für die Zielgruppe boten – auch wenn sie auf den ersten Blick nicht zu 100% zur Zielgruppe von More Nutrition zu passen schienen. Die Ergebnisse haben jedoch gezeigt, dass die Auswahl genau richtig war und die Kampagne ihre Ziele erfolgreich erreicht hat.
Die grösste Herausforderung war sicherlich die kurze Vorlaufzeit, die von allen involvierten Teams hervorragend gemeistert wurde. Andererseits brauchte es auf Kundenseite auch den Mut, sich auf neue Wege einzulassen. In unserem Fall bedeutete das die Offenheit des Werbetreibenden, sich auch in Umfelder zu begeben, die man persönlich vielleicht nicht ausgewählt hätte – die sich am Ende aber als perfekter Fit für die Zielgruppe erwiesen haben. Genau dieses Vertrauen hat wesentlich zum Erfolg der Kampagne beigetragen.
Verantwortlich bei More Nutrition: Patrycja Nowakowska, General Manager. Verantwortlich bei myrga Media Lab: Katharina Pohler, Managing Director. Verantwortlich bei AEOS: Ralf Hammerath, CGO. Verantwortlich bei Goldbach: René Wodrich, Head of Sales.

