Freundliche Grüsse für Greenpeace: Die Träume ins Gesicht geschrieben

Die Brandkampagne von Greenpeace Schweiz startet in die nächste Runde. Ausgehend vom Motto «Dreampeace» geht es erneut um Träume – und um die damit zusammenhängenden Forderungen im Hinblick auf eine bessere Welt. Zu den bisherigen Grundthemen wie Klimaschutz oder nachhaltige Finanz- und Konsumwirtschaft ist ein neuer Kampagnenkreis und ein neuer Look dazugekommen, konzipiert und umgesetzt von der Zürcher Agentur Freundliche Grüsse.

Abgesehen von dem für Greenpeace typischen, gelben Banner kommt die aktuelle Kampagne mit einem komplett neuen Auftritt daher. Im Fokus stehen Menschen, die Haltung zeigen – und sich ihre Träume buchstäblich ins Gesicht zeichnen. Fotografiert in einer Tonalität, die zum Brand passt: roh, authentisch, aber dennoch liebevoll verspielt und Hoffnung versprühend.

In der aktuellen Kampagne äussert die Umweltschutzorganisation nicht nur ihre Träume, sondern gibt auch gleich Handlungsvorschläge, wie die gesetzten Ziele zu erreichen sind. Beispielsweise mit neuen Gesetzen für eine konsequente Klimapolitik, mit nachhaltigen Investitionen für einen klimafreundlichen Finanzplatz oder mit einem respektvollen Umgang mit der Natur für einen Planeten ohne Überkonsum. Was das im Detail bedeutet, erfahren Interessierte ab Montag auf der Landingpage.

Des Weiteren hat sich Greenpeace zum Ziel gesetzt, den gesellschaftlichen Wandel für ein global gerechtes Leben voranzutreiben und einen Systemwandel herbeizuführen. Für dieses Oberthema, das die bisherigen Anliegen von Greenpeace umfasst und gleichzeitig darüber hinausgeht, wurde ein eigenes Sujet geschaffen.

Die Symbole auf den Gesichtern der Models sollen sowohl einen Bezug zu den einzelnen Themen wie auch zur Marke Greenpeace selbst schaffen. Kernstück der Kampagne ist ein Instagram–Filter, der als Zufallsgenerator funktioniert. Der AR-Filter wählt eine der vier Visionen für eine bessere Welt aus und lässt die Symbole auf dem Gesicht erscheinen. Damit will Greenpeace den Menschen die Möglichkeit geben, Haltung zu zeigen und selbst Teil der Kampagne zu werden.

Die Kampagne ist ab Montag schweizweit online und offline zu sehen. Neben Plakaten wurden auch Anzeigen sowie Umsetzungen für Banner und Social-Media-Kanäle kreiert. Tattoo-Bögen als Give-Aways sollen zudem folgen.


INTERVIEW MIT PASCAL DEVILLE

«Der Traum soll kein Traum bleiben»

Pascal Deville ist Co-Founder und Creative Director der Zürcher Agentur Freundliche Grüsse. (Bild: zVg.)

Werbewoche.ch: Pascal Deville, am Montag startet die aktuelle Brandkampagne für Greenpeace. Wie kamen Sie auf die Idee der «ins Gesicht geschriebenen Wünsche»?

Pascal Deville: Von Anfang an war klar, dass die Kampagne das Träumerische des Leitgedankens «Dreampeace» vermitteln, aber trotzdem eine starke Attitude haben sollte. Greenpeace wurde vor 50 Jahren von einem Haufen Hippies mit grosser Vision ins Leben gerufen. Daraus abgeleitet ist die Kampagnen-Idee der kämpferischen Träumerinnen und Träumern entstanden, deren «Kriegsbemalung» die vielen Themenfelder von Greenpeace widerspiegelt. Die ikonischen, gelben Transparente geben dem Traum Prägnanz und Dringlichkeit. Denn: Der Traum soll ja kein Traum bleiben.

 

Wie funktionierte die Zusammenarbeit? War Greenpeace von Anfang an in den kreativen Prozess eingebunden?

Die Zusammenarbeit mit Greenpeace und Freundliche Grüsse besteht nun seit etwas mehr als zwei Jahren. Wir wurden damals direkt aus dem Pitch in die Jubiläumskampagne hineinkatapultiert [Werbewoche.ch berichtete] und haben Greenpeace in der relativ knappen Konzeptionsphase erst richtig kennengelernt. Was viele nicht wissen: Bei Greenpeace wird hinter den Kulissen bereits heute an Themen gearbeitet, die in der Gesellschaft erst in ein paar Jahren relevant sein werden. Das Briefing war, die bestehende Brandkampagne emotionaler zu gestalten, mit einem stärkeren Fokus auf Menschen. Die Idee war dann ein Einfall. Der kreative Prozess mit den entsprechenden Fachkreisen von Greenpeace folgte im Anschluss, bei der Ausformulierung der Botschaften.

 

Was ist wichtig, wenn man Marketing macht für Themen, die nicht zum Konsum, sondern zum Umdenken anregen sollen. Die per se nicht so sexy sind. Gibt es No-Gos?

Wir sehen als Agentur Marketing und Werbung nicht allein als Mittel zur Konsumförderung, sondern auch als Hebel für den gesellschaftlichen Wandel. Dafür steht auch unser Motto «Create Positive Impact». Und etwas vordergründig Unattraktives interessant zu machen, nehme ich immer als dankbare Herausforderung an. No-Gos gibt es in der NGO-Welt genauso wie in der Brand- und Markenkommunikation. Bei beiden gilt die Faustregel: «Know the rules. Break the rules.»


Verantwortlich bei Greenpeace Schweiz: Caroline Strohm (Marketing Manager), Franziska Neugebauer (Visual Communication Manager), Claudia Forcellini (Fundraising Overview). Verantwortlich bei Freundliche Grüsse: Pascal Deville, Samuel Textor (Gesamtverantwortung), Norihito Iida, Christian Stüdi (Creative Direction), Laura Leuenberger (Grafik) Roxana Hudson, Alessandra Di Giorgi (Beratung), Sandro Matter (Instagram Filter). Fotografie: Sabina Bösch. Make-Up-Artist: Juliette Ruetz. Produktion: Out of Order Productions. Bildbearbeitung: Lorenz Wahl.

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