Trendreport: Das erwartet dich im zweiten Halbjahr auf Social Media

Wir sind bereits mitten im zweiten Halbjahr und werfen einen Blick auf das, was uns dieses Jahr auf Social Media noch beschäftigen wird. Das wohl offensichtlichste Thema: Künstliche Intelligenz. Sie bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten Prozesse effizienter zu machen oder gleich ganz zu automatisieren. Gleichzeitig unterliegt sie rechtlichen Rahmenbedingungen, die ihre Nutzung massgeblich beeinflussen. Was es sonst noch in die Top 5 geschafft hat, erfährst du jetzt.

Trend 1: KI – gar nicht so neu wie’s klingt?

Mit der Lancierung von ChatGPT letzten Winter ist sie in aller Munde: Artificial Intelligence. Dabei ist AI nichts Neues, auch nicht im Social Media Bereich. Doch dank neuen Tools wie Chat GPT gewinnt die künstliche Intelligenz zunehmend an Bedeutung im Alltag.

Dass der Einsatz von AI, gar nicht so neu ist, darauf weist auch Alice Talotti, Agency Solutions Manager für DACH bei Meta, hin: «Im Social Media Marketing wird AI schon lange für die personalisierte Auslieferung von Inhalten eingesetzt.» Sie ergänzt: «Obwohl die Systeme die Interessen unserer Zielgruppen deutlich besser kennen als wir, vertrauen noch nicht alle Marketer darauf. Werbetreibende, die AI richtig steuern und einsetzen, verschaffen sich heute und in Zukunft einen Wettbewerbsvorteil.»

Damit die Artificial Intelligence gut funktioniert, braucht sie Unmengen an Daten. Daten, die mit dem neuen Datenschutzgesetz in der Schweiz – welches am 1. September 2023 in Kraft tritt – besser geschützt sind.
Wer die hinzugekommenen AI-Tools bei seiner neuen Datenschutzbestimmung noch nicht berücksichtigt hat, sollte dies ganz dringend nachholen.

Trend 2: Alles Video, oder was?

TikTok hat es vorgemacht, andere Plattformen haben nachgezogen: Kurze Videos im Hochformat sind zum wichtigsten Format auf Social Media avanciert. Instagram nennt sie Reels, YouTube nennt sie Shorts.

Auch Benedikt Böckenförde, Founder & CEO von VISUAL STATEMENTS untermauert diesen Trend: «Wer Millionen Menschen über Social Media erreichen will, muss vertikale Videos produzieren, mit denen sich viele Menschen identifizieren können. Nur wer es schafft, relatable Storytelling mit vertical Video zu kombinieren, kann als Marke auf Social Media aus der Schwemme von Content herausstechen.»

Bei der Länge eines Videos gilt: So lang wie nötig, so kurz wie möglich. Der Inhalt gibt an, wie lange ein Video sein darf. Studien zeigen, dass Nutzer:innen innerhalb von 1.7 Sekunden entscheiden, ob sie sich einen Beitrag ansehen. Wer hier nicht auf den Punkt kommt, hat im Aufmerksamkeits-Game verloren.

Trend 3: Wie viel Authentizität wollen wir wirklich?

Authentizität ist schon fast zum Unwort mutiert. Alle reden von ihr, jeder versteht ein bisschen etwas anderes darunter. Gemäss Lexikon bedeutet Authentizität, dass das Handeln einer Person nicht durch äussere Einflüsse bestimmt wird, sondern in der Person selbst begründet liegt.

Zugleich sind wir auf Social Media authentisch, weil wir unsere Reichweite ausbauen möchten. Was funktioniert wird weiterverfolgt, was nicht funktioniert aufgegeben. Noch mehr äusserer Einfluss auf unser Handeln geht wohl nicht.

Aber: wie will man sonst aus der Masse an Content herausstechen, wenn nicht mit einer eigenen (authentischen) Stimme? Dem pflichtet auch Max Schickler, Brand Partnerships Manager bei TikTok, bei: «In der zweiten Halbzeit 2023 werden sich Unternehmen mehr trauen. Unternehmen werden ihre eigene Stimme finden, sich authentisch und ohne Filter den Nutzer:innen präsentieren.»

Sollen Creators und Unternehmen somit auf Social Media ungefiltert auch über alle Schattenseiten des Lebens sprechen? Caren Vonderberg, Country Managerin für Österreich und Schweiz bei Pinterest relativiert: «Plattformen, Marken und unsere Branche als Ganzes sind mehr denn je dazu aufgerufen, zu einem gesunden Online-Erlebnis beizutragen – eines, das Menschen motiviert und ermutigt, anstatt sie herunterzuziehen»

Sie ergänzt: «Positivität zahlt sich im wahrsten Sinne des Wortes aus: Menschen vertrauen Marken in positiven Umfeldern nachweislich mehr, erinnern sich häufiger an sie und kaufen eher bei ihnen.»

Authentisch also ja, aber dann bitte authentisch positiv? Jein, es gilt eine gute Mischung an Inhalten zu finden. So wie Nachrichtenformate sich darauf achten, in jeder Sendung einen Lichtblick einzubauen – egal wie schlimm die restlichen News sind – so sollten auch Unternehmen darauf achten, das Positive nicht aus den Augen zu verlieren. Nicht weil sie nicht authentisch sind, oder sich dies positiv auf den Umsatz auswirkt, aber weil es die Plattformen wieder etwas hoffnungsvoller werden lässt.

Trend 4: Ist Threads das neue Twitter?

Während Elon Musk in der wohl stümperhaftesten Rebranding-Aktion der letzten Jahre Twitter kurzerhand in «X» umbenannte, erreichte die «Meta-Kopie» Threads in fünf Tagen mehr als 100 Millionen neue Nutzer:innen. Damit hat Threads den Rekord der am schnellsten wachsenden Apps gebrochen und ist zum grössten Konkurrenten von Twitter geworden.

Zwar bleibt abzuwarten, wie nachhaltig dieses rasante Wachstum sein wird. Aber der rasante Wachstum zeigt vor allem zwei Dinge: wie schnell eine Plattform das Vertrauen ihrer Nutzenden verlieren kann, und wie gross das Bedürfnis nach einer Twitter-Alternative ist.

«Die Entwicklung von Threads verdeutlicht die Austauschbarkeit von Plattformen und unterstreicht gleichzeitig die Schnelllebigkeit und Dynamik von Social Media. Es zeigt, wie schnell etwas in Vergessenheit geraten kann. Umso wichtiger ist es, sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen und informiert zu bleiben», betont Mia Chiarina Fischlin, Projektleiterin Social Media bei WebStages.

Gleichzeitig zeigt das aktuelle Beispiel aber auch auf, welche Einflussmöglichkeiten Tech-Giganten wie Google, Amazon oder Meta haben. Nur sie können einen solchen Schritt wagen und einen entsprechenden Diskurs auslösen. Damit wird die Wahl der Social Media Plattform dabei fast zu etwas Politischem.

Trend 5: Ist HR bald ein Marketing-Job?

Der Kampf um die besten Talente ist eröffnet. Der Fachkräftemangel erreichte 2022 einen Rekordwert. Was seit Jahren prognostiziert wurde, ist nun in den meisten Branchen spürbar. Besonders davon betroffen ist das Gesundheitswesen, die Gastro- und Hotellerie sowie die Bau- und die Informatikbranche.

Doch auch in der Suche nach Lernenden hat sich die Situation verschärft. So waren im April immer noch über 40% der offenen Lehrstellen für den August unbesetzt.

Damit ist auch das Thema Employer Branding und Social Recruiting bei vielen auf der Prioritätenliste nach oben gerutscht. Mit der Lancierung von neuen Jobplattformen mit Videos im Hochformat diesen Sommer wird die Entwicklung hin zum Social Recruiting weiter unterstrichen.

Zwar experimentieren viele Unternehmen bereits mit neuen Formaten für Stellenanzeigen und teilen diese vermehrt auch über Social Media, mit der sich zuspitzenden Situation, kann aber davon ausgegangen werden, dass der Druck zu mehr Mut führt.

«Wir gehen davon aus, dass wir immer mehr kreative Stellenanzeigen auf Social Media sehen werden. Denn gekämpft wird nun auf LinkedIn, Facebook, Instagram und TikTok. Marketing und HR müssen plötzlich Hand in Hand arbeiten – schreibend, singend und tanzend. Nur wer die Expertise der anderen Abteilung schätz und respektiert, kann im Kampf um die besten Talente gewinnen.» erklärt Tanja Herrmann, Geschäftsführerin von WebStages.


Tipps & Tricks zu den Social Media Trends am 8. &. 9 November 2023

Am 8. und 9. November findet zum sechsten Mal die grösste Social Media Marketing Konferenz der Schweiz statt – die WebStage Masters. TikTok, Meta, YouTube, Pinterest und Twitter (X) – sie alle teilen ihr Wissen während zwei Tagen in Master Classes und Keynotes. Aber auch Sony, Axa und 20 Minuten werden auf Platz Einblick in ihre Best Practices geben. Das beste: Die Konferenz findet in einer atemberaubenden Kulisse mitten in den Bergen von Engelberg statt. Das Dorf ist von allen grösseren Schweizer Städten in weniger als zwei Stunden erreichbar. Details zum Programm und den Speakern sowie Tickets gibt es unter webstage-masters.ch.

*Der Artikel wurde in Zusammenarbeit mit den WebStage Masters erstellt. 

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