Tag der digitalen Inklusion setzt Zeichen gegen Ausgrenzung
Am 21. November 2025 findet der zweite nationale Tag der digitalen Inklusion statt. Über 70 Organisationen aus Zivilgesellschaft, Verwaltung, Wirtschaft und Forschung setzen ein starkes Zeichen gegen digitale Ausgrenzung – mit Kursangeboten, Informationsveranstaltungen und lokalen Aktionen in der ganzen Schweiz.


Trotz technologischem Fortschritt ist mehr als ein Drittel der Schweizer Bevölkerung von der digitalen Teilhabe ausgeschlossen. Besonders betroffen sind Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen, Personen mit geringen digitalen Grundkompetenzen und Menschen aus prekären Verhältnissen. Bei fortschreitender Digitalisierung wird der Zugang zu Bildung, Arbeit, Behörden und sozialen Kontakten weiter erschwert – die Kluft zwischen digital Integrierten und Ausgeschlossenen wächst.
Zwei zentrale Stossrichtungen
Der Tag der digitalen Inklusion verfolgt zwei zentrale Ansätze: Erstens sollen digitale Grundkompetenzen durch gezielte Massnahmen wie leicht zugängliche Informationen, übersichtliche digitale Zugänge, kostenlose Unterstützung und niedrigschwellige Kursangebote ausgebaut werden. Zentral ist dabei das Kursangebot auf dem nationalen Portal einfach-besser.ch. Zweitens soll das Thema digitale Barrierefreiheit stärker in den Fokus gerückt werden, beispielsweise im Rahmen der Fachtagung E-Accessibility bei Google in Zürich, bei der Expertinnen und Experten aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze erörtern werden.
Nach dem erfolgreichen Auftakt im Jahr 2024 bündeln Organisationen, Behörden, Unternehmen und die Allianz Digitale Inklusion Schweiz (ADIS) am nationalen Tag der digitalen Inklusion erneut ihre Kräfte, um sich mit einer starken Stimme für digitale Teilhabe einzusetzen – sei es direkt am 21. November oder im zeitlichen Umfeld des Aktionstags. Die lokalen und nationalen Initiativen reichen von Workshops über Informationsveranstaltungen bis hin zu individuellen Unterstützungsangeboten.
Über 70 Organisationen engagiert
Die Allianz Digitale Inklusion Schweiz ist eine nationale Plattform für die Zusammenarbeit im Bereich der digitalen Inklusion. Über 70 Organisationen aus Zivilgesellschaft, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft arbeiten hier auf Augenhöhe zusammen, um gemeinsam konkrete Lösungen für digitale Teilhabe zu entwickeln und umzusetzen. Mit Fachgruppen, Weiterbildungsangeboten und gemeinsamen Kampagnen hat die ADIS seit ihrem Start am ersten Tag der digitalen Inklusion 2024 bereits wichtige Impulse gesetzt.
Am 21. November 2024 wurde die ADIS mit Unterstützung der Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider offiziell lanciert. Seither konnte die Geschäftsstelle personell verstärkt werden, unter anderem mit Livie Kundert für den Aufbau der Romandie. Die ADIS arbeitet thematisch fokussiert in Fach- und Arbeitsgruppen, die gezielt Wirkung entfalten: von E-Accessibility über digitale Grundkompetenzen bis hin zu Forschung und Bildung.
Monitoring zur digitalen Barrierefreiheit
Die ADIS ist Trägerin der ersten nationalen Studie zur digitalen Barrierefreiheit (NAMoS). Dabei werden 136 Webseiten aus Verwaltung, Bildung, Tourismus und weiteren Bereichen nach WCAG 2.2 geprüft, inklusive Tests mit Betroffenen. Projektpartner sind die Stiftung «Zugang für alle», die Berner Fachhochschule und Digitale Verwaltung Schweiz.
Zudem wurde unter der Leitung der Berner Fachhochschule Wirtschaft gemeinsam mit der Universität Zürich und weiteren Partnern ein neues Weiterbildungsangebot entwickelt: Der CAS «Digitale Inklusion & Barrierefreiheit» ist bereits gestartet. Partizipationsworkshops wie das Barcamp bei Google und der Schweizerischen Post sowie die Dialogplattform «Tour d’ADIS» stärken die Sichtbarkeit innovativer Projekte aus dem Netzwerk.
