KI-Offensive von Google: Neue Tools, neue Möglichkeiten

Google bringt mit Gemini 2.0, Notebook LM, Vision AI und weiteren Tools eine neue Generation von KI-Werkzeugen an den Start. Diese Tools versprechen mehr Effizienz, Kreativität und Personalisierung für Entwickler:innen und Nutzer:innen gleichermassen.

Evelyn Leu ist Lead Education Managerin bei Google Schweiz und verbindet über zwölf Jahre Erfahrung bei Google mit einem tiefen Verständnis für Bildungsprozesse.

Beim jüngsten «KI-ipfeli» Medienfrühstück in Zürich stellte Google verschiedene Neuerungen im Bereich der KI vor. Evelyn Leu, Lead Education Managerin bei Google Schweiz, führte durch die Veranstaltung und betonte: «Keine Angst davor! Einfach ausprobieren. Diese Tools sind oft kostenlos und helfen, schneller voranzukommen und bessere Lösungen zu finden.» Das Event zeigte, dass der Wettlauf um die Vorherrschaft im Bereich KI neue Dynamik aufgenommen hat.

Gemini 2.0: Der «vielseitige Sparring-Partner»

Das Herzstück der neuen Google-KI-Plattform ist «Gemini 2.0». Leu erklärt: «Gemini finde ich sehr gut, weil es dich bei deinen Arbeiten unterstützen kann. Du musst nicht mehr mit einem weissen Blatt Papier anfangen, sondern hast deinen Sparring-Partner, der dich unterstützt.» Besonders herausragend ist die Funktion der «Gems», die verschiedene KI-Personas bereitstellen. Nutzer:innen können zwischen einem kreativen Partner, Karriereberater oder Coding-Assistenten wählen, wodurch sich die Arbeit personalisieren lässt.

Neben der Standardversion von Gemini 2.0 bietet Google spezialisierte Varianten an:

  • Gemini 2.0 Flash: Dieses Modell ist optimal für hochfrequente und skalierbare Aufgaben geeignet. Es kann große Datenmengen schnell verarbeiten und verfügt über ein Kontextfenster von 1 Million Tokens.
  • Gemini 2.0 Flash Thinking Experimental: Diese Version kombiniert die Geschwindigkeit von Flash mit erweiterten Fähigkeiten, um komplexere Problemstellungen zu analysieren. Sie ist besonders für kreative Anwendungen und strategisches Denken geeignet.
  • Gemini 2.0 Pro: Das leistungsstärkste Modell für Coding und komplexe Anfragen. Mit einem Kontextfenster von 2 Millionen Tokens ermöglicht es umfassende Analysen und kann externe Tools wie Google Search oder Code-Interpreter einbinden.
  • Gemini 2.0 Flash-Lite: Diese Version will mit hoher Kosteneffizienz posten und verbessert die Leistung im Vergleich zu älteren Modellen wie 1.5 Flash. Sie eignet sich für preisbewusste Nutzer:innen.

Gemini 2.0 passt sich den Bedürfnissen an, lernt kontinuierlich mit und hilft, neue Themenfelder zu entdecken. Ob kreative Projekte oder komplexe Analysen – Gemini ist ein flexibler und effizienter Begleiter.

Notebook LM: Verknüpfen und vertiefen

Notebook LM wurde entwickelt, um Informationen aus verschiedenen Quellen zu kombinieren und zu analysieren. Evelyn Leu hebt hervor: «Du kannst Dateien, Websites oder Videos hochladen, Informationen extrahieren und sogar FAQs oder Zusammenfassungen erstellen.»

Die Stärke von Notebook LM liegt in seiner Vielseitigkeit. Nutzer:innen können Materialien aus verschiedenen Quellen wie PDFs, Google Docs, Webseiten und sogar YouTube-Videos hochladen. Das Tool analysiert diese Daten, erstellt Verbindungen zwischen ihnen und bereitet sie in benutzerfreundlichen Formaten wie Zeitleisten, Lernhilfen oder FAQs auf. Besonders praktisch ist die Funktion, wichtige Informationen herauszuziehen und Zusammenfassungen zu erstellen, die direkt auf die Originalquellen verweisen.

Für Journalist:innen, Forschende oder kreative Projekte bietet Notebook LM enorme Vorteile. Es ermöglicht nicht nur den Vergleich und die Verknüpfung von Inhalten, sondern auch die persönliche Anpassung. So können Nutzer:innen spezifische Fragen stellen und erhalten Antworten, die auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Die Vielfalt an Darstellungsoptionen – von klassischen Texten bis hin zu Audio-Zusammenfassungen – macht Notebook LM zu einem unverzichtbaren Werkzeug für alle, die mit grossen Informationsmengen arbeiten.

Pia De Carli, Communications Manager, Google Schweiz, Co-Host des KI-pfeli Google-Medienfrühstück.

Document AI: Strukturierte Daten auf Knopfdruck

Mit Document AI können Unternehmen mühsame Aufgaben der Dokumentenverarbeitung automatisieren. Evelyn Leu beschreibt: «Document AI nimmt dir viel Arbeit ab. Du kannst beispielsweise ein Foto eines Dokuments machen und es hochladen, und das Tool erkennt automatisch die relevanten Felder.» Ob Spesenabrechnungen oder Bankbelege – Document AI spart Zeit und macht aus unstrukturierten Daten strukturierte Informationen. Hier geht es zur Demoversion von Document AI.

Vision AI: Muster erkennen und analysieren

Mit Vision AI setzt Google auf die automatische Analyse von Bildern. Die Einsatzbereiche reichen von der Dokumentenverarbeitung bis zur Tumorforschung. Evelyn Leu beschreibt: «Vision AI analysiert Bilder, erkennt Muster oder prüft, ob Inhalte zulässig sind.» Das Tool erleichtert Unternehmen und Institutionen die Auswertung grosser visueller Datensätze. Von der Bilderkennung bis hin zu medizinischen Anwendungen – Vision AI spart Zeit und liefert präzise Ergebnisse. Hier geht es zur Demoversion von Vision AI.

Sam Leiser, Communications Manager, Google Schweiz und Co-Host des KI-pfeli Google-Medienfrühstück.

Imagen 3: Kreative Bildgenerierung

Imagen 3, Googles neuestes Text-zu-Bild-Modell, hebt die Bildgenerierung auf ein neues Niveau. Es erstellt visuell ansprechende Inhalte – von fotorealistischen Landschaften bis hin zu künstlerischen Stilen. Die verbesserte Farbbalance und Detailgenauigkeit machen Imagen 3 zu einem vielseitigen Werkzeug für Kreative und Marketers.

Besser prompten: Tipps für effektive Anfragen

Evelyn Leu betonte die Bedeutung gut formulierter Prompts: «Think before you prompt. Es hilft, spezifisch zu sein und klare Vorgaben zu machen.» Hier sind ihre Tipps und hier exklusiv bei m&k der Link zum Gemini-Prompting-Guide.

  1. Verwende natürliche Sprache.
  2. Sei präzise und gebe Kontext an.
  3. Iteriere deine Prompts, um bessere Ergebnisse zu erzielen.
  4. Nutze die richtigen Ausgabeformate.
  5. Personalisiere Prompts mit eigenen Dokumenten.

Energieeffizienz: Think before you prompt

Ein entscheidender Punkt bei der Nutzung von KI ist der Energieverbrauch. Evelyn Leu rät: «Think before you prompt. KI-Agenten benötigen mehr Energie als klassische Suchanfragen.» Dennoch arbeitet Google an effizienteren Modellen, um den Energiebedarf zu senken. Wer jedoch einfache Aufgaben erledigen möchte, sollte weiterhin klassische Suchanfragen nutzen.

Evelyn Leu, Lead Education Managerin Google Schweiz.

Fazit: Chancen und Herausforderungen

Google ist relativ spät ins Rennen der generativen KI eingestiegen. Mit Tools wie Gemini 2.0, Notebook LM, Vision AI, Document AI und Imagen 3 will der Konzern nun aufholen. Besonders der Zugriff auf das freie Web macht diese Werkzeuge zu einem wichtigen Begleiter für Kreative, Entwickler:innen und Unternehmen. Evelyn Leu ermutigt: «Keine Angst davor! Einfach ausprobieren. Diese Tools sind oft kostenlos und helfen, schneller voranzukommen und bessere Lösungen zu finden.»

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