Zu guter Letzt: Religion als Top-Marke positionieren

Religion und Marken haben nichts gemeinsam? Von wegen! In der heutigen konsumorientierten Gesellschaft wird alles zu einer Marke.

Religion und Marken haben nichts gemeinsam? Von wegen! In der heutigen konsumorientierten Gesellschaft wird alles zu einer Marke. Wir seien es gewohnt, aus verschiedenen Markenprodukten diejenigen auszuwählen, welche unsere Bedürfnisse am besten befriedigen, sagte Mara Epstein, Autorin von Brands of Faith, gegenüber der Zeitschrift Ad Age. Genau gleich sei es auch beim Glauben. Wir wählen diejenige Religion, die uns am meisten Gratifikation verspricht. Werden wir von einer Marke – beziehungsweise einer Religion – enttäuscht, wechseln wir zu einer anderen.
Nun hat eine US-Studie die fehlende Loyalität zur Marke Religion offengelegt. Demnach fühlen sich rund 46 Prozent der zwischen 18- und 34-Jährigen keiner Religion zugehörig. Um den angeschlagenen Markenwert wieder zu steigern, lancierte die United Methodist Church vergangene Woche in den USA eine 20 Millionen Dollar schwere Werbekampagne. Zum Einsatz kommen unter anderem Twitter und Facebook sowie die Homepage 10thousanddoors.org, um die passiven Ungläubigen in einer Gemeinschaft aktiver Gläubiger zu vereinen. Mit der Werbestrategie wollen die Methodisten den Megakirchen in den USA Paroli bieten, die Kirchengänger in Scharen anlocken, indem sie ihnen Unterhaltung vergleichbar mit Disney World bieten – Musik, Lichtshows, Extraangebote für die Kinder etc. Denn gewiefte Marketingfachleute wissen: gib dem Publikum, was es will. Gewissensbisse brauche man da nicht zu haben, Marketing sei einfach «a necessary evil».

More articles on the topic