«Hear my Story»: Gehörlosenbund lanciert neue Kampagne

Mit der neuen, von Y7k kreierten Kampagne zeigt der Schweizerische Gehörlosenbund SGB-FSS gehörlose Menschen, die mitten im Leben stehen und stolz sind auf ihre Sprache und auf ihre Kultur.

In der Schweiz leben mindestens 500'000 Menschen mit einer Hörbehinderung, rund 10’000 davon sind vollständig gehörlos. Die meisten gehörlosen Menschen betrachten sich selber nicht als behindert, denn sie können alles – ausser hören. Am Morgen weckt sie ein blinkender oder vibrierender Wecker, die Türklingel ist an eine Blitzanlage angeschlossen, die Mutter ruft ihre Kinder über Facetime an und kommuniziert mit ihnen in der Gebärdensprache. Gehörlose Menschen pflegen ihre eigene Kultur, haben eine eigene Sprache und sind gleichzeitig Teil des gesellschaftlichen Lebens in der Schweiz. Ihre Behinderung zeigt sich lediglich im Umgang mit ihren hörenden Mitmenschen.

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«Hear my Story» – Das sind sechs Filmporträts und Antworten zum Thema Gehörlosigkeit: Corinne Parrat ist Webdesignerin, Schauspielerin und wurde 2009 zur Miss Handicap gewählt.

Es fehlt an Verständnis

Die Kommunikation zwischen Gehörlosen und Hörenden gestaltet sich schwierig. Den hörenden Menschen fehlt meistens das Verständnis für den Umgang mit gehörlosen Mitmenschen. Die Folge ist eine ungewollte Ausgrenzung. Gehörlose und hörende Menschen leben parallel aneinander vorbei, am Arbeitsplatz, im Mietshaus, im Restaurant oder Bus. «Hear my Story» ist eine Kampagne, die den hörenden Menschen helfen soll, mehr Empathie für Mitmenschen mit Hörbehinderung zu entwickeln und gleichzeitig Berührungsängste abzubauen.

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Peter Hemmi ist Künstler. Als Aktivist schloss er sich der internationalen Emanzipationsbewegung der Gehörlosen an.

Brücken bauen

Die Kampagne baut auf sechs Porträts über Menschen aus der Gemeinschaft der Gehörlosen auf. Ein Skater, eine Partygängerin, eine Gebärdensprachdolmetscherin, ein Künstler, ein Futsalspieler und eine Lehrerin. Sie alle wurden während einem Tag vom Filmemacher und Regisseur Hans Kaufmann begleitet. Durch seine dokumentarische Herangehensweise zeigt der Regisseur in authentischen Bildern sechs starke Persönlichkeiten, die mitten im Leben stehen. Auf der Webseite Hearmystory.ch geben begleitende Texte einen tieferen Einblick zu Themen wie Bildung, Integration, dem Cochlea-Implantat, dem Recht auf Zugang zu Informationen und die Forderung nach Anerkennung von Sprache und Kultur der gehörlosen Menschen.

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Michèle Berger ist Gebärdensprachdolmetscherin. Sie übersetzt regelmässig die «Tagesschau» im Schweizer Fernsehen.

Mit dieser Kampagne will der Schweizerische Gehörlosenbund SGB-FSS den Zugang zu Sprache und Kultur der gehörlosen Menschen erleichtern. Wer gehörlosen Menschen zuhört, erkennt, dass sie genauso leben wie hörende Menschen – bloss ohne Ton. Die Filme stammen von Hans Kaufmann. Konzipiert hat die Kampagne die Zürcher Agentur Y7K, die nebst des thematischen Schwerpunktes auch die Tonalität definierte und den Webauftritt umgesetzt hat.

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Stephan Willi ist Metallbauer und Skater. Er trägt ein Cochlea-Implantat, mit dem er gesprochene Sprache verstehen kann.

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Isabelle Cicala ist Lehrerin. Sie setzt sich dafür ein, dass gehörlose Kinder und Erwachsene Zugang zu höherer Bildung bekommen.

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Blerim Ameti ist Schreiner, CNC Fräsen-Programmierer und Mitglied beim Gehörlosen- und Sportverein Zürich.

Verantwortlich beim Schweizerischen Gehörlosenbund SGB–FSS: Roland Wagner, Martina Raschle, Conradin Zellweger. Verantwortlich bei Y7K: Ruben Feurer, Samuel Alder, Yves Sinka. Filme: Hans Kaufmann.

 

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